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Viktor Geramb : 1884 - 1958 ; Leben und Werk
Entstehung
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2.1. DIE LEHRAMTS PRÜFUNG( EN)

Geramb plant den Berufsweg ins Lehramt für Gymnasien29 und macht sichdaher an die Absolvierung der geografischen und historischen Lehramts-prüfung. Das Thema der geografischen Hausarbeit( schon deutlich vonvolkskundlicher Hausforschung geprägt) entsteht in intensiver wissen-schaftlicher Rückkoppelung mit Rudolf Meringer-- ,,, Stand der Hausfor-schung in den Ostalpen 30- und wird von Robert Sieger, Anthropogeografund gleichfalls volkskundlich tätig³1, approbiert. 32 Geramb legt im Juni 1908die Lehramtsprüfung für Geografie ab.33

Sofort nach der Veröffentlichung der Arbeit 34 muss Geramb, der darin einevon Meringer kommende, am Grundriss der Häuser orientierte und somitlandschaftsgebundene Typologie der ostalpinen Bauernhäuser vertritt, sei-ne Thesen gegen die Hausforscher Karl Rhamm und Anton Dachler vertei-digen, die eine ethnische Zuordnung der Haustypen vertreten.35Bei der historischen Lehramtsprüfung fällt Geramb allerdings Animositä-ten im Professorenkollegium zum Opfer. Da Uhlirz36 Geramb, wie er ihmspäter gesagt hat,, aus Meringers verfahrenem Karren" 37 retten möch-te, gibt er Geramb eine unmögliche Klausurarbeit über die, OstindischeHandelskompanie" 38, die er nicht approbiert. Daraufhin tritt Geramb, demRat Meringers folgend, nur zur geografischen Lehramtsprüfung an, was ihnzuerst sehr bedrückt, da er bereits verlobt ist und mit dem Nichtantretendas Gymnasiallehramt unmöglich geworden ist.

3. GERAMB ALS HILFSKRAFT DER HISTORISCHENLANDESKOMMISSION FÜR STEIERMARK

Auf der Suche nach einem Brotberuf findet Geramb diesen bereits am 1.Juni 190739 im Steiermärkischen Landesarchiv bei Archivdirektor AntonMell40 41 Geramb beschreibt Mell in seinem autobiografischen Abriss alsden warme[ n] Freund der Jugend" 42. Wie Mell auf Geramb aufmerksamwird, muss offen bleiben. Geramb hat bei Mell, laut den Nationale, nichtgehört. Möglicherweise baut auch hier Rudolf Meringer eine Brücke.Mell bestellt Geramb zur wissenschaftlichen Hilfskraft der historischenLandeskommission. 43 Hier ist Geramb zuerst mit der Ordnung steirischerAdelsarchive beschäftigt, bevor er im Auftrag Mells etliche steirische Ge-meinden bereist, um die dortigen Gemeindearchive aufzunehmen.44 Da-neben setzt Geramb, auch stipendiert von der Kaiserlichen Akademie derWissenschaften in Wien und vermutlich in wissenschaftlicher Zusammen-arbeit mit Meringer, seine Bauernhausstudien fort und beginnt sich mit demPhänomen der Rauchstuben zu befassen.45

1909 beginnen die über 25 Jahre währenden VolksliedaufzeichnungenGerambs mit seinem väterlichen Freund Viktor Zack46 in der Steiermark.

GERAMB LEBEN 16