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Volkskunst der Balkanländer : in ihren Grundlagen erläutert
Entstehung
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Was in der Volkskunst der Balkanländer den Beschauer immer wieder zu künst-lerischem Genießen und nachdenklicher Betrachtung anregt, ist außer ihrem lauteren und strengenSinn für Form- und Farbengebung vor allem die hohe stilistische Altartigkeit. So haben diewissenschaftlichen Forscherkreise des Abendlandes Glossar ::: zum Glossareintrag  Abendlandes des öfteren zur Beleuchtung der europäischen,dem Mittelmeergebiet entsprungenen Kunst einen Griff in diesen Schatz immer wieder in altenurtümlichen Bildungen sich erneuernden Kunstschaffens getan, ohne aber in ihm mehr zu suchenund zu sehen, als ein paar Belege zur erwähnten geschichtlichen Kunstentwicklung.

In der Tat hat sich ja der Schwerpunkt alles Kulturlebens mit dem Untergang der antikenWelt aus dem Länderkreis Südosteuropas nach Norden und Westen verschoben und jene Führer-rolle an der Spitze der Zivilisation wie in der Antike kommt diesem Bereiche längst nicht mehr zu.Irrig aber wäre die Auffassung, als sei alle unmittelbare Überlieferung aus jenen alten Quellenerstorben und einseitig auch wieder jene, als hätte allein die einzigartige Hochblüte der griechischenKunst von ehedem dem Kunststreben der europäischen Menschheit Richtung gegeben.

Zur Klärung beider Fragen gewährt eine Untersuchung der Volkskunst der Balkanländer inihrer vollen geschichtlichen Tiefe und räumlichen Erstreckung methodisch wie tatsächlich wichtigeGesichtspunkte.

Dem gesellen sich aber noch eine ganze Reihe anderer volkskundlich wie volkswirtschaftlichgleich bemerkenswerter Probleme, die mit dem späteren geschichtlichen Werdegang dieser Gebiete

zusammenhängen.

Es ist ein ungemein bunt gemengtes Volkstum, in dessen Bereich die volkskünst-lerischen Leistungen erwachsen sind, welche uns hier beschäftigen sollen. Neben den Überrestenalteinheimischer Volksgruppen, wie der auf das Griechentum alter Zeit zurückleitenden Neu-griechen, der Albaner auf illyrisch- romanischer Grundlage und der thrakisch- slawisch- lateinischgemengten Rumänen, finden wir eine mächtige, aus Osteuropa eingewanderte Volksgruppe in denSüdslawen vor, mit mannigfach geschiedenen geschichtlichen und kulturellen Schicksalen imillyrischen Westen( Dalmatien und Bosnien), im Binnengebiet( Serbien und Makedonien), endlichim Osten( Bulgarien) und noch entscheidender als die volksmäßige Eigenart dieser Völker hatin gewissen Gebieten die Aufrichtung der türkischen Herrschaft auf die Trachtenerscheinung,Sitte und Hauswesen, wie auch unmittelbar auf die Kunst des Volkes gewirkt.

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Die Entwicklung, die zu den Leistungen der Gegenwart führt, war eine recht bewegte; wiedie einzelnen Mächte zum gesamtkulturellen Aufbau zusammengewirkt haben, ist an andererStelle bereits eingehend von mir erörtert worden[ 23].

Einerseits bildet die Grundlage immer wieder der feste Rahmen städtischer Zivilisation,mit ihrem Kunst- und Handwerkerleben, mit dem das Römische Imperium den Länderkreis derAlten Welt umfangen hat. Byzantiner, christliche Fremdvölker sowie osmanische Eroberer habendieses Gepräge der Städtekultur nur mit wenigen eigenartigen Zügen bereichert. Um so bewegtererscheint der Wechsel des Volkstums wie der Daseinsbedingungen unter der ländlichen Bevölkerung.Aber was auch an Slawen, an awarischen, türkischen und sonstigen osteuropäischen und asiatischenVölkerscharen auf altem illyrischem, thrakischem und griechischem Volksboden eingedrungen,verschoben, verdrängt oder aufgenommen worden ist, all das kommt aus Länderräumen mit ungemeingleichmäßigen Kultur- und Lebensformen patriarchalisch- barbarischer Glossar ::: zum Glossareintrag  barbarischer Art, und obendreinhat auch hier überall byzantinisches Staatswesen und später die strenggläubige KircheOstroms durch mehr als ein Jahrtausend ausgleichend in der Führung und Anleitung zuhöherem künstlerischen Besitz gewirkt, so daß überall über der Urtiefe alteuropäischer Arbeit imgeschichtlichen Wandel einheitlich höhere Gesittung aufsteigt.

Dies alles an den künstlerischen Leistungen im besonderen festzustellen, ist an sich eineungemein anregende Aufgabe; eine solche kulturgeschichtliche Vertiefung schafft aber auch erstdie richtige Erkenntnis für die volkswirtschaftlichen Grundlagen dieser Volksarbeit und ihreskünstlerischen Wesens.

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