2005, Heft 2-3
Auf den Spuren von Eugenie Goldstern in Bessans
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dières, Averole) besucht wurden sowie die beiden gemeinderelevan-ten Wallfahrtsorte, nämlich Chapelles de Tierce und Notre- Dame-des- Neiges à la Rochemelon, 2970 bzw. 3538 Meter über Meer.
Zwischen der Gemeindestudie von Eugenie Goldstern 1913/14 undder Zürcher Forschungsexkursion 1967 lag nicht nur ein beträchtli-cher Zeitsprung, auch andere Ereignisse hatten Bessans geprägtEreignisse, die sich der photographischen Dokumentation ohne Zu-satzinformationen nicht entnehmen lassen. 1944 wurden drei Viertelaller Häuser von einer deutschen Patrouille durch Brandlegung zer-stört, und 1957 folgte eine verheerende Hochwasserkatastrophe, diezu erneutem Wiederaufbau mit staatlichen Mitteln zwang. Ausgangs-punkt der Zürcher Exkursion wurde damit die Frage, ob diese ein-schneidenden Ereignisse auch zu Veränderungen im Sinne der Anpas-sung an modernere Lebensweisen und Einstellungen geführt habenoder nicht. Ein einfacher Vergleich„, früher/ heute" sollte helfen, die-ser Hypothese nachzugehen, auch wenn solches während der kurzenExkursionszeit nicht in jener Breite, Präzision und Tiefe geleistetwerden konnte, die Eugenie Goldstern vorgegeben hatte.
Im Keller unseres Seminars stieß ich mit viel Glück in einerentlegenen Kartonschachtel auf zwei Forschungsberichte, mehr warnicht auffindbar. Eine erste Studenten- Gruppe( Ursula Kugler, HansWeiss, Jakob Schweizer) beschäftigte sich mit Problemen rund umAlp- und Talnutzung, sprich: Alp- und Milchwirtschaft, Ackerbau,Weiden und Wald, weiter mit privaten und öffentlichen Eigentums-verhältnissen sowie mit Gewerbe und Fremdenverkehr. Dabei wurdez.B. eine Viehbestandesabnahme bei Kühen, Rindern und Kälbernund eine augenfällige Zunahme bei Schafen festgestellt: Der Bestandvon 1283 Schafen im Jahr 1954 erhöhte sich auf 2081 im Jahr 1967.Als weiteres Entwicklungsmerkmal wurde auch der allgemeineSchwund der Ackerfläche registriert: Das reale Nutzungsgebiet warvon 143 ha( 1913) auf 25 ha( 1965) zurückgegangen, vorzugsweisenur noch für Kartoffelanbau genutzt. Die starke Zerstückelung deskommunalen Kulturlands teilte Bessans mit vielen Gemeinden desinneralpinen Gebiets; die studentischen Aufnahmen inventarisiertenhier die zwischenzeitlich stark veränderten Betriebsgrößen im Ein-zelnen.
Eine weitere Gruppe( Béatrice Grenacher- Berthoud, HeidiS. Wolf) beschäftigte sich mit Fragen im Zusammenhang von Haus,Hausbau, Hausrat und Wohnen in Bessans. Man wollte nicht zuletzt