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Eugenie Goldstern und ihre Stellung in der Ethnographie : Beiträge des Abschlusssymposions zur Ausstellung "Ur-Ethnographie. Auf der Suche nach dem Elementaren in der Kultur. Die Sammlung Eugenie Goldstern" ; Österreichisches Museum für Volkskunde, Wien, 3. bis 5. Februar 2005
Entstehung
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2005, Heft 2-3 Ethnographische Alpenforschung als ,, public science"

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zur Einteilung in Wir und Sie anbieten konnte², als foreign policybezeichnet hat, dann müsste man um im Bild zu bleiben- derVolkskunde statt der Außenpolitik wohl das um Herkommen undFortkommen bemühte Kultusressort zusprechen. Diese Tendenz kannman ihr auch nicht absprechen, wenn sie sich- wie in den Arbeiteneiner Eugenie Goldstern weit heraus aus der Sommerfrischen- Per-spektive und hin zu mehr Systematik und Methode bewegt: DennGoldsterns dichte Studien zeichnen sich, wie sie selbst sagt ,,, durchTeilnahme an allem, was dieses Gebirgsvolk betrifft aus und lassenam Vorabend bzw. im Schatten des Ersten Weltkriegs einen Lichtblickeiner international vernetzten, Wien und Paris verbindenden Ethno-graphie erahnen, einer Zugangsweise, die sich gerade im Methodi-schen und im Wunsch nach komparativen Sicherheiten sowohl vonden laienwissenschaftlichen Vorläufern als auch den späteren natio-nal imprägnierten Alpenstudien abzusetzen wusste.

Die Alpen, zugleich Zentrum und Peripherie Europas( und das sindnicht allein räumliche Begriffe), haben historisch immer wieder dazueingeladen, als Fenster in die Vergangenheit bzw. als Zeitmaschinezu fungieren. Johannes Fabian hat sich bekanntlich mit diesem er-kenntnistheoretischen Problem in seinem Buch ,, Time and the Other",einem zentralen Werk der kritischen Anthropologie, auseinanderge-setzt und darin etwa den Begriff, primitiv Glossar ::: zum Glossareintrag  primitiv' als Schlüsselbegriff einestemporalisierenden Diskurses analysiert, denn so Fabian:, Primiti-ves Glossar ::: zum Glossareintrag ves Dasein, essentiell gesehen ein temporales Konzept, ist eine Ka-tegorie und kein Gegenstand westlichen Denkens." 28 Und er sieht dasProblem einer universellen Menschheitszeit, wie sie in den frühestenanthropologischen Interessen- besonders aber im Konzept des Ele-mentargedankens und seines Fortlebens- angelegt ist, insgesamtauch nicht gelöst durch Funktionalismus, Kulturalismus und Struk-turalismus, weil durch sie eine menschliche Kulturzeit zwar relati-viert würde, aber zugleich der biologischen Evolution die universelle

26 Borneman, John: American Anthropology as Foreign Policy. In: American An-thropologist 97( 1995), S. 663–672; vgl. Hauschild, Thomas: Kultureller Relati-vismus und anthropologische Nationen. Der Fall der deutschen Völkerkunde. In:Assmann, Aleida, Ulrich Gaier und Gisela Trommsdorf( Hg.): Positionen derKulturanthropologie. Frankfurt am Main 2004, S. 121-147, hier S. 122.27 Fabian, Johannes: Time and the other. How anthropology makes its object. Newedition with a new foreword by Matti Bunzl. New York 2002[ zuerst 1983], S. 82.28 Ebd., S. 18[ Übers. d. Verf.].