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Eugenie Goldstern und ihre Stellung in der Ethnographie : Beiträge des Abschlusssymposions zur Ausstellung "Ur-Ethnographie. Auf der Suche nach dem Elementaren in der Kultur. Die Sammlung Eugenie Goldstern" ; Österreichisches Museum für Volkskunde, Wien, 3. bis 5. Februar 2005
Entstehung
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Bernd Jürgen Warneken

ÖZV LIX/ 108

te das Interesse auch auf inter- nationale Verbindungslinien zwischensogenannten Kultur- und Naturvölkern Glossar ::: zum Glossareintrag  Naturvölkern sowie auf inner- nationaleVerbindungen, auf Gemeinsamkeiten oder Verwandtschaften zwi-schen Ober- und Unterschichten.

In einem Aufsatz über die deutsche Anthropologie der wilhelmini-schen Zeit stellt Benoît Massin fest: Almost all leading Germananthropologists residing on the Reich's territory, from the foundingof the German Anthropological Society in 1870 to World War I,professed a belief in the unity of the human species." Auch in derneuentstehenden Volkskunde hatte diese Position die Oberhand: dieAnnahme einer durch gleiche Anlagen bedingten prinzipiellen Homo-genität( wobei auch durch Wanderung und Austausch zustande ge-kommene Ähnlichkeiten angenommen wurden). Michael Haberlandtz.B. proklamiert im ersten Heft der, Zeitschrift für österreichischeVolkskunde": ,,( W) ir werden an der vielfachen Identität der natur-wüchsigen Volksäußerungen, welche über alle nationalen Grenzenhinwegreicht, ein tieferes Entwicklungsprincip als das der Nationali-tät erkennen müssen. Diese Erkenntnis bei allen Beobachtern desVolkes anzubahnen und zu befestigen, ist ein innig erstrebtes Zielunserer Zeitschrift, die sich volle Unbefangenheit in nationalen Din-gen strengstens zur Richtschnur nehmen wird." Realisiert wurdediese Programmatik in zahllosen Einzelforschungen, welche Paralle-len zwischen einheimischen und fremden Kulturphänomenen- Bräu-chen, Erzählmotiven, Dinggestalten- zu finden und damit eine ,, gei-stige Gemeinschaft der Völker zu belegen suchten. Eugenie Gold-stern etwa verweist auf die Affinität savoyischer, rumänischer undskandinavischer Stallwohnungen und merkt an, dass ein bestimmterTypus alpiner Spielzeugkühe den Spielzeugtieren der Jakuten ,,( b) iszur Verwechslung ähnlich" sei.

5 Massin, Benoît: From Virchow to Fischer. Physical Anthropology and ,, ModernRace Theories" in Wilhelmine Germany. In: Stocking, George W.( Hg.): Volks-geist as method and ethic. Essays on Boasian ethnography and the Germananthropological tradition. Madison 1996, S. 79-154; hier S. 87.

6 Haberlandt, Michael: Zum Beginn! In: Zeitschrift für österreichische Volkskun-de, 1. Jg. 1895, S. 1-7; hier S. 1.

7 Vgl. Goldstern, Eugenie: Das Haus von Bessans( Savoyen). In: Wiener Zeit-schrift für Volkskunde, 27. Jg. 1921, S. 33-56; hier S. 37f.

8 Goldstern, Eugenie: Alpine Spielzeugtiere. Ein Beitrag zur Erforschung desprimitiven Glossar ::: zum Glossareintrag primitiven Spielzeuges. In: Wiener Zeitschrift für Volkskunde, 29. Jg. 1924,S. 45-71; hier S. 62.