Brünn. Das Wahrzeichen dieses Ortes ist ein großer Lindwurm, der in demRathhause hänget.( S. 8)
Wien. Es giebt alhier ein Hauptkapitul des Weisgerberhandwerks, und bin ichbey demselben deponiret worden. Das Wahrzeichen der Stadt Wien ist der Stockim Eisen, welcher Stock mit einem eisernen Rücken umgeben ist, und ein künst-liches Schloß hat, welches niemand aufschliessen kan. Der Stock stehet darum da,weil Wien vor diesem ein Wald gewesen seyn soll, und findet man denselben aneines Apothekers Hause.( S. 11 f.) 21)
* Wienerische Neustadt. Hier arbeitete ich 15 Wochen bey Carl Siltin-gern.( S. 2)
Die Stadt ist etliche Jahre von denen Türken belagert gewesen, sie haben sieaber nicht einbekommen; und weil sie noch heutiges Tages eine Jungfrau Glossar ::: zum Glossareintrag Jungfrau ist, sohänget eine Jungfer Glossar ::: zum Glossareintrag Jungfer von Stein am Rathhause, welches das Wahrzeichen vonWienerischneustadt abgiebt.( S. 16) 22)
Oedenburg. In dem eisenstädter Thor ist ein blauer Stein und Hufeisen zusehen, welches das Wahrzeichen von Edenburg ist.( S. 24)
* Görtz. Ich und mein Camerad, der Breßlauer, bekamen alhier Arbeit, undarbeiteten bey dem Meister, Joseph Thalern, 34 Wochen.( S. 32)
* Salzburg. Alhier habe ich 3 Wochen bey dem fürstl. Hofweißgerber gearbei-tet, welchen der Ertzbischof so lieb hatte, daß er ihm den Titul eines Baronsgegeben.( S. 87)
Das hiesige Wahrzeichen findet man am Rathhause, da reitet ein Jude verkehrtauf einer alten Sau, und hält dieselbe bey dem Schwanze.( S. 89 f.)
Passau. Die Stadt hat eine schöne Thumkirche...; auswendig an derselbenaber ist der sogenannte und zu einem Sprüchwort gewordene passauer Tölpel zumerken, welches ein ungeheurer Menschenkopf ist, der an einer Ecke an der Kirchestehet, und das Wahrzeichen in Passau seyn soll.( S. 91 f.) 23)
Regensburg... liegt an der Donau, über welche eine von Steinen gemauerteBrücke gehet. Diese hat ein Lehrjunge erbauet, welcher mit dem Teufel zu thungehabt, und ihm versprochen, wenn er ihm hülfe, daß er mit der Brücke eher fertigwürde, als sein Meister, der über dem Thurm bauete, so solte die erste lebendigeCreatur, die über die Brücke ginge, seine seyn. Der Junge ward auch wirklich eherfertig, als sein Meister; und dieser bauete eben über der Thurmspitze, als er sahe,daß der Junge den Brückenbau bereits vollendet, daher er sich vor Verdruß vondem Thurme herunterstürtzte, und den Hals brach; welches die Ursache seyn soll,daß der Thurm noch heutiges Tages nicht kan ausgebauet werden. Der Junge aberließ einen Hund und eine Katze zuerst über die Brücke lauffen, welche der Teufelsogleich zerrissen, und die Stücke in die Donau geworffen. Zum Andenken dieserGeschichte, sitzet der Junge von Stein ausgehauen auf der Brücke, und siehet nachdem Thurm hinauf, ob der Meister schon fertig ist.( S. 92 f.) 24)
Nürnberg. Durch die Stadt lauffet ein Wasser, worüber viel gemauerteBrücken gehen. Auf einer derselben am Ende( Anm.: Fleischerbrücke) lieget ein vonStein ausgehauener Ochse, wobey die lateinische Ueberschrifft stehet: Hic bosnunquam fuit vitulus, dieser Ochse ist niemals ein Kalb gewesen, welches einesvon denen Wahrzeichen der Stadt seyn soll. Auf dem Ringe stehet ein Brunnen,der mit einem schönen eisernen Gegitter umgeben ist, an welchem viel Rinkenhängen, unter andern einer sich befindet, der sich herum drehen läßt, ob man gleichnicht absehen kan, wie derselbe hinein gemacht worden; dieser ist wieder einWahrzeichen.... Endlich giebt es noch ein Wahrzeichen, welches aber recht sünd-lich und abscheulich anzusehen ist, die Nürnberger auch gern loß seyn möchten.Man siehet nehml.( Anm.: ohnweit der Schülerbrücke) an einem großen Hause,woran vielerley andere Gemählde stehen, einen Schuhknecht mit seiner Meisterin,und über denen selben ein Paar Pantoffeln abgemahlet. Sie ist von unten zu völligentblösset, und der Schuhknecht, welcher gleichfalls halb nackt ist, kriecht mit demKopf in ihren untersten Schorstein hinein. Es ist solches ein recht ärgerlichesSpectakel, und muß doch stehen bleiben.( S. 96 ff.) 25)
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