Anmerkungen
1) Leopold Schmidt, Die Volkskunde als Geisteswissenschaft( Mitt. d. Österr.Ges. f. Anthropologie, Ethnologie und Prähistorie 73/77, 1947, S. 115-137). Neu-abdruck in: Handbuch der Geisteswissenschaften Bd. 2, Jg. 2, H. 1. Wien 1948,S. 7-64, danach Zitate.
2) Ebda. S. 29.
3) Vgl. z. B. die Rez. zum„ VIe Congrès International des Sciences Anthropo-logiques et Ethnologiques"( ÖZV XIX/ 68, 1965, S. 207) unter Bezugnahme auf denBeitrag von Bela Gunda, Die mitteleuropäischen Bauernkulturen und die Me-thode der Cultural Anthropology:„... es handelt sich um einen jener Vorträge, beideren Lektüre man nach fünf Jahren merkt, wie rasch solche Diskussionsbeiträgeveralten..."
4) Vgl. insbesondere den Sammelband seiner Aufsätze: The Nature of Culture.Chicago 1952.— Zum„ kulturologischen" Konzept vgl. weiterhin Leslie A. White,Culturological vs. psychological interpretations of human behavior( American Socio-logical Review 12, 1947, S. 686-698).- Ders., The Science of Culture. A Study ofMan and Civilization. New York- London 1949.
5) Kroeber, The Nature of Culture, S. 5.
6) A. L. Kroeber, The Superorganic( American Anthropologist 19, 1917, S.163-213). Vgl. auch David Kaplan, The Superorganic: Science or Metaphysics?( American Anthropologist 67, 1965, S. 958-976).
7) Kroeber, The Nature of Culture, S. 127.
8) Schmidt, Volkskunde als Geisteswissenschaft, S. 14.
9) Wenn Leopold Schmidt in seinem Aufsatz„ Volkskunde heute, 1968"( Antaios X, 1969, S. 218) davon spricht, daß der junge Mensch, der sich dem Fachnähert, eher von dieser Vielfalt angezogen wird[ Sie wurde eingangs vom Kratz-putz über Rumpelstilzchen bis zum Eisenvotiv aufgezählt], als daß ihn Einzelfragenmit ihren unvermeidlichen Definitionsschwierigkeiten plagen würden", so gilt dasnicht nur für den Neuling, sondern seine Sicht des Faches kann ja doch wohl nurdurch die Vermittlung eben des Faches zustande gekommen sein.
10) Die Folklorismus- Debatte, die von der kulturpessimistischen Bewertung desFolklorismus oder der„ zweiten Natürlichkeit"( Wiora) als Gegenwartsphänomen,der Feststellung des Folklorismus in historischen Dimensionen( Moser), dem„ poli-tischen Folklorismus" der Gegenwart( Brückner), der internationalen Folklore-Umfrage in der Zeitschrift für Vk. 1969, der„ Kritik der Folklorismuskritik"( Bau-singer) bis zur Kritik an dieser Kritik der Kritik( Köstlin) führt, zeigt nicht nur dasBemühen in unserem Fach, diese Erscheinungen zu erhellen, sondern auch, wie esKöstlin darlegt, mit der Ben Akiba- Tendenz„ alles schon einmal dagewesen" dietraditionellen Gegenstände des Faches der Forschung zu erhalten: Konrad Köst-lin, Folklorismus und Ben Akiba( Rhein. Jb. f. Vk. 20, 1969, S. 234-256); ebd. alleeinschlägige Literatur zum Folklorismus. Wenn nun, trotz dieser Diskussion undunter Berufung auf diese Diskussion( mit Ausnahme des Beitrags von Köstlin)Rudolf Kriss in seinem Beitrag über„ Brauchtum Glossar ::: zum Glossareintrag Brauchtum, Folklorismus und Fremden-verkehr im Berchtesgadener Land"( In: Volkskultur und Geschichte. Festgabe fürJosef Dünninger, Berlin 1970, S. 201) wieder konstatiert,„ daß Brauchtum Glossar ::: zum Glossareintrag Brauchtum volkhaftes,gemeinschafts- und traditionsgebundenes Leben bedeutet, Folklorismus dessen ab-sichtlich arrangierte Zurschaustellung im Zeitalter des Massentourismus", dannstimmt das nicht sehr hoffnungsvoll hinsichtlich der Reflexionsbereitschaft in unse-rem Fach.
11) Diese Richtung wird vor allem in den Arbeiten von M. Mead, E. Sapir,C. Kluckhohn, O. H. Mowrer, R. Linton, A. Irving Hallowell undH. G. Barnett vertreten.
12) Earl W. Count, Das Biogramm. Anthropologische Studien. Frankfurt a. M.1970.
13) Irenäus Eibl- Eibesfeldt, Grundriß der vergleichenden Verhaltensfor-schung. Ethologie. 2. Aufl., München 1969, S. 24 ff. Otto Koenig, Grundzügeeines Ethogramms der Uniform, in: Kultur und Verhaltensforschung. Einführungin die Kulturethologie. München 1970.
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14) O. Koenig, Kultur und Verhaltensforschung, S. 19.