regelmäßiges Läuten mehr möglich wäre, obwohl das Bedürfnis da-nach durchaus vorhanden ist. Dieses Problem wird gerne durchdas Anbringen eines elektrischen Läutwerks am Turm gelöst. InFilsendorf, Ziernreith und Felbring hat es sich schon seit über zehnJahren bewährt, in Klein Eberharts hat die Stadtgemeinde Waidho-fen an der Thaya vor etwa fünf Jahren den Turm neu hergerichtetund das Läutwerk gekauft, in Klein Harmanns war das Läutwerkzum Zeitpunkt der Befragung( Juli 1981) erst zwei Monate alt, undin Schlagles und Wetzles war die Anschaffung dieser praktischenVorrichtung geplant. In Kamegg spielte gar die Parteipolitik herein,denn, um meine Gewährsfrau zu zitieren:"... früher hat einer ge-läutet, der war ein Roter, und die Schwarzen ham den gepflanztund gesagt' bist bled, Du läutst für die Roten!', der hats dann auf-gegeben, und jedes Haus hat hundert Schilling gezahlt und mir hamdas Läutwerk kriegt".
In vielen Fällen erhält derjenige, der das Läuten besorgt,dafür eine Entschädigung. Dies kann eine geringfügige Bezahlungvon Seiten der Gemeinde sein( Oberpfaffendorf, Sauggern, Pöm-ling, Unterpertholz), oder die Ortsbewohner steuern dazu zusam-men( Kasbach, Wollmersdorf, Markl). In Sauggern ging früherder Betreffende von Haus zu Haus und bekam überall 50 kgKörndl oder den Gegenwert in Geld, und in Haslarn hat der läu-tende Turmnachbar ein kleines Wiesengrundstück zur Nutzung. DieGemeinde ist auch in einigen Fällen Eigentümer des Turmes, zumBeispiel in Wetzles und Unterpertholz; in Schlagles ist der TurmGemeindeeigentum, die Glocke gehört jedoch dem Ort. Besondersseit den Gemeindezusammenlegungen meinen die Leute aber oft,der Turm gehört einfach Allen zusammen, also nur den Bewohnerndes eigenen kleinen Ortes, der ja oft nur eine Häusergruppe ist,und nicht einer unpersönlichen Gemeinde, deren Verwaltungszentrum
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