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Von dalmatinischen Bildstöcken und Waldviertler Glockentürmen : zwei Beiträge zur Flurdenkmalforschung
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ÜBER EINIGE FLURDENKMALE IN DALMATIEN

Von Emil Schneeweis

Wer das herrliche Reiseland Dalmatien ausschließlich oder vor-wiegend unter den Aspekten der Sonnenküste, der Badestrände, derkunsthistorischen Sehenswürdigkeiten oder kulinarischen Genüsse be-trachtet, wird an vielem vorübergehen oder besser gesagt, vorüber-fahren, was einer gründlicheren Betrachtung wohl wert wäre; zumalwenn er nicht bereit ist, das freilich unentbehrliche Motorvehikelwenigstens ab und zu stehen zu lassen und auf die alte Fortbewe-gungsart der Hominiden, die Bipedie, zurückzukommen. Gerade derEthnologe und damit der Bildstockforscher vermögen bei Ausnützungder dem Kraftfahrzeug innewohnenden Möglichkeiten beachtliche Er-gebnisse zu erzielen, zumal wenn man die ausgefahrenen Fremdenver-kehrsrouten meidet und Nebenstraßen frequentiert, was angesichtsvon deren Qualität vor allem an den Fahrer( oder die Fahrerin) gro-Be Anforderungen stellt.

Fühlte ich mich doch etwa im Hinterland von Zadar( Zara) oftin die Tage des Wüstenkrieges zurückversetzt, da wir uns im Gefol-ge Rommels mit einer riesigen Staubfahne hinter uns durch die ei-genartige Landschaft der Cyrenaica hindurchquälten; so wie damalsim Krieg wußte ich auch auf Bildstocksuche in Dalmatien die Hilfeeiner verständnisvollen Chauffeuse zu schätzen, ohne die eine solche

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