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Von dalmatinischen Bildstöcken und Waldviertler Glockentürmen : zwei Beiträge zur Flurdenkmalforschung
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GLOCKENTÜRME IM WALDVIERTEL

Von Felix Schneeweis

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Alleinstehende hölzerne, seltener auch gemauerte Glockentürmesind auch heute noch in zahlreichen kleinen und kleinsten Ortschaf-ten Niederösterreichs anzutreffen fast ausnahmslos in solchen ohneeigene Kapelle oder Kirche und ein aufmerksamer Freund alterHolzbaukunst( 1) hat bereits die zwei Verbreitungsgebiete dieserinteressanten Beispiele dörflicher Kleinarchitektur hervorgehoben,nämlich die Umgebung von St. Pölten( einschließlich Dunkelsteinerwald,Tullnerfeld und den Ausläufern des Alpenvorlandes) und das Wald-viertel. Die vorliegende Arbeit als Ergebnis der näheren Beschäfti-gung mit den Glockentürmen des Viertels ober dem Manhartsberg( 2)soll nun nicht nur eine möglichst vollständige Erfassung der hiernoch vorhandenen sowie einige Hinweise auf bereits verschwundene,aber aus Literatur und Angaben von Gewährsleuten belegbare Exem-plare bringen, sondern vor allem Aufschluß darüber, welche Einstel-lung die Bewohner der betreffenden Ortschaften zu ihren Glocken-türmen haben und wie sich die im Waldviertel so bedauerlich starkeAbwanderung gerade aus kleinen Orten auf diese Einstellung aus-wirkt. Werden doch etwa die Glockentürme im Burgenland von dereigenen Bevölkerung als Zeichen der Rückständigkeit betrachtet,welche möglichst durch moderne Kapellen ersetzt werden sollten( 3).

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