durch die Glocke zusammengerufenen Leute dann zum sonntäglichenAbendgebet oder zu einer Maiandacht zu einem Bildstock oder einerKapelle außerhalb des Ortes. In Hart bei Artstetten dient der Glok-kenturm auch als Sammelpunkt bei der jährlichen Wallfahrt nachMaria Taferl.
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Die Wichtigkeit des Gebetes um Abwehr der" Schauerstrafe", wiees die Tiefenbacher anno 1774 formulierten, ist bei der Heftigkeitder Unwetter in dieser Gegend wohl verständlich( 28), allerdingswird diese Funktion der Glocken heute im Zeitalter der Blitzab-leiter, freiwilligen Feuerwehren und Feuerversicherungen nichtmehr so betont, nur in Oberndorf bei Weikertschlag erzählte mirmeine Gewährsfrau, daß die Glocke früher auch bei Gewittern ge-läutet wurde; es handelt sich hier allerdings auch um eine" seitaltersher im Ansehen stehende Wetterglocke"( 29).
" Vivos voco, mortuos plango, fulgura frango" bekundet ein alterSpruch die Aufgaben der Glocken( 30), und auch heute noch habendie Dorfglocken ihren Platz im Sterbe- und Begräbnisbrauch( 31).Überall erhielt ich die Angabe, daß beim Tod eines Ortsbewoh-ners geläutet wird, auch dort, wo nicht mehr regelmäßig täglichgeläutet wird( Limpfings, Loitzendorf). Ebenso üblich war dann dasLäuten beim Begräbnis, in der Waidhofener Gegend und in Kamegggibt es dafür den Ausdruck" Ausläuten", in den anderen Verbrei-tungsgebieten der Glockentürme ist dieses Wort nicht üblich. InKollmitzgraben wird beim Begräbnis eine Stunde lang geläutet, sonstmeist solange, bis der Leichenzug den Ort verlassen hat. In Arnolzkannte man das" Ausläuten" auch bei der Überführung eines Totenaus dem Nachbarort Kleingöpfritz während des Durchzugs des Kon-duktes in den Pfarrort Pfaffenschlag. Seitdem aber die Verstor-benen in den in letzter Zeit errichteten Leichenhallen und nichtmehr zu Hause aufgebahrt werden, gibt es dieses" Ausläuten" nur
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