für eine im 1. Weltkrieg eingeschmolzene ältere Glocke handeln);das im betreffenden Jahr in Hart geborene Kind wurde dann dieGlockenpatin. Die von den Russen entwendete Glocke von Hirschen-wies wurde von Franziska Fürstin zu Fürstenberg 1961 durch eineneue ersetzt, deren Inschrift den Namen der Spenderin nennt. Inzwei Fällen waren vorhandene Glocken der Anlaß für die Errich-tung von Glockentürmen: die Pfarrkirche von Langschlag mußte im1. Weltkrieg ihre Glocken abliefern und ersetzte sie durch zwei Not-glocken aus minderwertigem Material. Als 1926 die Kirche ein neuesGeläute anschaffte, kamen die Kriegsglocken nach Kehrbach undKasbach, wo zu ihrer Anbringung die beiden hölzernen Glockenstühleerrichtet wurden.
Auch im 2. Weltkrieg verschwanden wieder die Glocken aus ei-nigen Türmen, was in Wertenau dazu führte, daß der Glockenturmverfiel, da sich niemand um die Beschaffung einer neuen Glockebemühte. In Josefsthal wurde die fehlende Glocke ebenfalls nichtmehr ersetzt, jedoch steht hier der Turm noch. In anderen Ortenfanden sich entweder Spender, wie in Hirschenwies die bereits er-wähnte Fürstin und in Markl der Besitzer einer kleinen Fabrik,welcher die neue Glocke spendete, oder die Ortsbewohner brachtengemeinsam die Mittel zum Ankauf einer Glocke auf, so in Brenner-
hof.
Der häufigste Grund für das Verschwinden eines Glockenturmesist die Errichtung einer Kapelle an seiner Statt, ein Vorgang, derschon von Franz X. Kießling festgestellt und bedauert wurde( 17).Am 9. August 1755 suchten der Richter Matthias Kienast und dieGeschworenen Thomas Groiß, Hans Georg und Lorenz Dallinger ausEngelbrechts beim Wiener Offizial an, mitten im Dorf an Stelle deshölzernen Glockenstuhles eine gemauerte Betkapelle mit einemGlöckel errichten zu dürfen, welchem Ansuchen in der Folge statt-
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