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Neue Marksteine : drei Abhandlungen aus dem Gebiete der überlieferungsgebundenen Kunst
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15. Zwei Pilgerzeichen mit dem Wahren Antlitze Jesu vom Schweißtuche derVeronika in Rom, Italien, 13. Jhdt.

1. Das alte Veronika- Bild

Diesen Typus bieten alte Pilger- und Wallfahrer- Abzeichen aus Italien( Textbild 15) des 13. und 14. Jahrhunderts, aus Blei oder Zinn, meist ge-gossen. Sie wurden aus dem Schwemmsande der Seine bei Paris, der Sambrebei Namur und der Weser bei Bremen gebaggert 89). Das Antlitz Jesu zeigtden byzantinischen Typ mit hoher Stirn und langer Nase und ist zur Gänzevon einem kreisrunden Kreuznimbus umgeben, dessen Rand mit einer Perlen-schnur geziert ist. Zwei seilartige Haarsträhne umrahmen das Gesicht,der Bart ist meist ungeteilt. Das Antlitz mit großen geöffneten Augen istdurch Linienzüge mehr zeichnerisch als plastisch gearbeitet. Manche Ab-zeichen lassen über der Mitte der Stirn einen Haarknoten erkennen, deruns in anderen und späteren Darstellungen des Antlitzes Jesu als Stirn-locke begegnet. Diese Pilger- Abzeichen, 3,6-4,6 cm im Durchmesser, sindam Rande mit Ösen versehen, so daß sie als Anhänger getragen, an denPilgerstab befestigt, auf die Kleidung oder die Kopfbedeckung aufgenähtwerden konnten.

Ein Steinrelief von Wolkersdorf( Nied.- Österreich), wahrscheinlich einalter Altaraufsatz, früher an der Friedhofsmauer, jetzt in der Pfarrkirche,zeigt denselben Typus des Antlitzes Jesu, wie wir ihn auf den alten Pilger-abzeichen fanden. Das Bildwerk, für die Mitte des 14. Jahrhunderts ange-setzt, besteht aus drei Teilen. Links ist Christus am Ölberg, rechts dieJesus- Johannesgruppe gegeben. In dem quadratischen Mittelteile tragen drei

89) E. Moses, Der Schmuck der Sammlung W. Clemens, Kunstgew. Mus. d.Stadt Köln, S. 37, Abb. 73-76; E. Grohne, Bremische Boden- und Baggerfunde:Jahresschrift des Focke- Museums, Bremen 1929, S. 95, Abb. 31, 11; S. 99, Abb. 32, 6.

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