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Neue Marksteine : drei Abhandlungen aus dem Gebiete der überlieferungsgebundenen Kunst
Entstehung
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Bemerkenswert in dieser Legende ist der Zug, daß das Bild auf wunder-bare Weise in das Quellbecken gekommen ist. Das erinnert an die antikenwunderbaren Götterbilder, die als vom Himmel gefallen gelten.

Nach der jüngeren Legende erscheint Jesus der Bassa( als ChristinAquilina genannt), der Frau des heidnischen Glossar ::: zum Glossareintrag  heidnischen Präfekten von Kamulia, die imHerzen Christin ist, als Pantokrator, von himmlischen Heerscharen umgeben,in ihrer Kammer. Er wäscht sich in einem unberührten, mit Wasser gefülltenGlasgefäße das Gesicht und trocknet es mit einem weißen Tuche ab. Auf demTuche findet die Frau einen wunderbaren Abdruck des Antlitzes Jesu. DieHandlung spielt zur Zeit der Christenverfolgungen unter Kaiser Diokletia-nus. Vor ihrem Tode vermauert die Frau heimlich das Tuch mit dem AntlitzeJesu samt einem Berichte über das Wunder und einer brennenden Lampe ineiner Nische. Der Bischof Gregor von Kamulia gräbt zur Zeit des KaisersTheodosius I. nach und findet alles unversehrt, das Tuch, den Bericht unddie noch brennende Lampe.

In dieser Legende ist das Bildnis vom Antlitze Jesu bereits ganz deut-lich ein nicht von Menschenhand gefertigtes Werk( acheiropoiete), durch denAbdruck des Gesichtes Jesu wunderbar entstanden. Dieses Bild wird vonKamulia nach Kaisareia- Mazaka gebracht und nach einiger Zeit, im Jahre574, nach Konstantinopel übergeführt. Dort erhält es die Bedeutung einesReichspalladions. Es heilt Kranke und verleiht den Sieg. Von dem KaiserHeraklios( 610-640) wird es in den Perserkriegen bei den kämpfendenTruppen mitgeführt, dann verschwindet es völlig in den geschichtlichenQuellen.

Bezeichnend ist, daß es zu dieser Zeit in Kappadokien schon eine ganzeGruppe von Vervielfältigungen dieses Bildes gibt, die bis Melitene( Nonnen-kloster) im Osten reicht.

Das Abgar- Bild

Für die ganze das Wahre Antlitz Jesu betreffende Frage ist das Abgar-Bild von größter Bedeutung. Abgar IX. bar Ma'nu( 179-214), Herrscherüber das kleine Fürstentum Edessa 6) in Mesopotamien, das lange Zeit eineArt Pufferstaat zwischen dem römischen Reich und dem Partherreich war,trat zum Christentum über. Bald entstand die Legende, wonach das Christen-tum Edessas auf die Zeit der Apostel zurückgehen sollte. Ein Ahnherr derFürsten Abgar IX., Abgar V. Ukama( d. h. Schwarze), der mit kurzer Unter-brechung von 7-50 n. d. Z. herrschte, sollte mit Jesus unmittelbare Be-ziehungen angeknüpft haben. Über diesen Abgar V. gibt es eine großeAnzahl von Legenden- Varianten aus verschiedenen Ländern und aus ver-schiedenen Zeiten.

Wir folgen zunächst der Legende 7) bei Eusebius( 340). Der unheilbarkranke König von Edessa, Abgar, hört von Jesu Wundertaten und richteteinen Brief an ihn, er möge zu ihm kommen und ihn gesund machen. Jesusantwortet in einem selbst geschriebenen Briefe, er könne nicht kommen, da

6) Der Name Edessa rührt von Seleukos I.( einem Makedonen) her undist der Name einer makedonischen Stadt. Die Stadt hieß Urhai( gräzisiert Orrhoe),war Sitz uralter syrischer Kultur und Religion und liegt am Daizan, einem Neben-flusse des Euphrat, in einer wasserreichen Ebene. Der heutige Name der Stadt istUrfa( arab. Umbildung).

7) Eusebius, hist. eccl. 1, 13, daselbst die Briefe Abgars und Jesu in Über-setzung aus dem Syrischen.

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