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Neue Marksteine : drei Abhandlungen aus dem Gebiete der überlieferungsgebundenen Kunst
Entstehung
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So erscheint sie denn auf Grabdenkmälern( Epitaphien), wie auf demgemalten in der Stadtkirche zu Römhild vom Jahre 1482 und auf dem holz-geschnitzten des Friedrich Gerung vom Ende des 15. Jahrhunderts. jetzt imGermanischen Nationalmuseum in Nürnberg ³).

Verbreitung

Die größte Dichte des Vorkommens liegt in dem durch die FlüsseIsar Donau- Salzach umschlossenen bayrisch- österreichischen Raume. ImOsten schließt eine schüttere Gruppe an mit Schlägl, Unterhaid, Budweis( mit Ableger nach Brünn). Linz, Imbach( bei Krems), Asparn a. d. Zaya.Ferner sind zu nennen: ein schütterer Raum nördlich der Donau( Nürnberg,Bamberg, Römhild), weiters sind anzugeben die Tiroler Gruppe auf derLinie Innsbruck- Sterzing- Brixen( mit Neustift bei Brixen); ein Gebiet ander Mur mit Leoben, Straßengel, Graz, Köflach; eine schlesische Gruppe mitBreslau, Glogau, Hochkirch.

Streulinge sind das Bild in Weimar( Schloßmuseum), ein Tafelbild ausder Werkstatt des L. Cranach v. J. 1518; das Bild von Soest( Zur Wiese) 4);das Bild von Hinrik Funhof( um 1480) aus dem Magdalenenkloster in Ham-burg( jetzt in der Kunsthalle) und das Tafelbild im Museum der Stadt Frei-burg i. d. Schweiz, das Ritter Hans von Laufen, genannt Keit, 1516 für dieKirche gestiftet hat. Die verstreuten, vereinzelten Bilder stehen vielleicht inirgend einem Zusammenhange mit der weiten Verbreitung der graphischenBlätter, von denen nur ein geringer Rest auf uns gekommen ist 5).

Wir dürfen wohl annehmen, daß in dem Gebiete des reichsten Vor-kommens der Ähren- Muttergottes zwischen Isar und Salzach diese Darstel-lung auch erstmalig aufgekommen sein wird. Ihre Blütezeit fällt in das15.- 18. Jahrhundert, dann folgt eine rasche Abnahme. Auch innerhalb derangeführten Zeit gibt es wie bei einer Wellenlinie Höhen und Tiefen. DasKartenbild aus der Zeit der größten Verbreitung wird geschlossener undumfassender ausgesehen haben. Wir können es aber nicht ergänzen, da unsdie Unterlagen hiezu fehlen.

Heute zählen wir einschließlich der graphischen Blätter nur mehr rund80 Bilder der Ähren- Muttergottes. Die Zahl ist sicher größer, da eine rest-lose Erfassung aus verschiedenen Gründen nicht möglich ist.

Stellung des Bildes hinsichtlich der Verehrung

Das Bild der Ähren- Muttergottes als Heiltum einer Familie oder Talschaftwurde im Hause, in der Kapelle oder in der Kirche verwahrt. Manche Bildererlangten eine besondere Bedeutung, sie wurden zu Gnadenbildern, zudenen Wallfahrten gingen. Die Pilger brachten Votivgaben und nahmenWallfahrtsandenken mit, Abbildungen des Gnadenbildes auf kleinen An-

3) Edwin Redslob, Die fränkischen Epitaphien des 14. und 15. Jahrhunderts,München 1907, S. 57.

4) Vgl. Harald Busch, Meister des Nordens. Die Altniederdeutsche Malerei,1450-1550, Hamburg 1943, Abb. 245 auf S. 230.

5) Holzschnitte: süddeutsch, um 1460 und 1500; aus der Schweiz um 1465;niederländisch um 1470. Abbildungen bei R. Berliner, Zur Sinndeutung derÄhrenmadonna( Die Christliche Kunst, München 1930).

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