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Die Nachbarschaft der Deutschen und Slawen an der March : kulturelle und wirtschaftliche Wechselbeziehungen im nordöstlichen Niederösterreich
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Auch Mädchen wurden hie und da zwecks Erlernung des Slowakischenauf Wechsel gegeben. Eine der letzten war Romana Seehofer, verheiratetePommer aus Dürnkrut, die in den 90er Jahren in Pernek war.

Der Bauer Philipp Weindl aus Stillfried erzählt: Ich war in Jakobs-dorf auf, Tausch'. Es gab dort, wie in den meisten slowakischen Dörfern,eine Gemeindeschule, wo Slowakisch, und eine Staatsschule, wo Ungarischdie Unterrichtssprache war. Ich besuchte nacheinander beide Schulen. DasUngarische konnte ich später gut verwerten, da ich bei einem ungarischenRegiment diente; von meinen slowakischen Sprachkenntnissen machte ichwenig Gebrauch, da alle meine slowakischen Knechte besser deutsch konntenals ich slowakisch. Mein Freund, Georg Grünauer aus Grub, war inHochstädten slowakisch lernen. Dort waren auch Burschen aus Matzen undAuersthal. Andere waren in Dimburg und Kiripolz."

Im Ganzen gesehen ist der Wechsel" also nichts anderes, als dieSchulen heutzutage da und dort auch über größere Entfernungen unter-nehmen, um den Kindern das gründliche Erlernen von Fremdsprachen zuerleichtern. Hier entstand die Bewegung aus dem engen Nebeneinanderzweier Sprachen, aus dem Wunsch und der Notwendigkeit, sich über diesprachliche Trennung hinweg verständigen zu können; dies kennzeichnetwie wenig anderes, unter welchen Zeichen das Zusammenleben der Grenz-bevölkerung stand.

2. Fischerei

Die heimische Fischerei spielte in früheren Zeiten eine bedeutendgrößere Rolle als heutzutage; es gab kaum einen größeren Speisezettel ohnedie verschiedensten Fischgerichte, seien sie gesotten, gebraten oder gebacken.Auch als Fastenspeise der frommen Bevölkerung fand der Fisch regelmäßigVerwendung. Diesem Bedürfnis kam der größere Fischreichtum der Marchentgegen, solange keine Abwässer der Fabriken die Fische vergifteten,ferner der Umstand, daß alle Grundherren auf die Fischzucht in gutgepflegten Fischteichen besonderen Wert legten.

Um das Fischrecht gab es in allen Jahrhunderten Streitigkeiten undProzesse zwischen weltlichen und geistlichen Herren, z. B. dem Pfarrer vonRabensburg mit Fürst Liechtenstein einerseits, und diesen und den Orts-gemeinden andererseits. Ursprünglich war das Fischwasser frei und jederGemeindeangehörige konnte nach Maßgabe seines Bedarfes fischen; allmäh-lich aber brachten die Grundherren das Fischrecht in ihre Gewalt, was inVerbindung mit anderen Entrechtungen zu Verstimmung und Streit führte,Ein Bild der Fischereiverhältnisse im Mittelalter vermitteln uns dieBestimmungen aus dem oft zitierten Liechtensteinschen Grundbuch aus demJahre 1414: Item, in allen wassern, die bei dem aigen sind hat dieGemain das recht zu vischn an mitichen vormittentag und am Freitag vor-mittentag mit sturzcheriben( Sturzkörben) oder mit vischpern( sackartigesFischnetz) damit se ir mal gegessern( verbessern) mugen, se schullen sewaber nicht verchaufen und sullen des margens mit dem viech ausgen undzu mittentag mit dem viech hinwider haim. Item, all visch die bei dem aigengewangen wernt, die sol man furen durich das dorf, die man verchaufenwil, es sein vischer oder vischaufel( Fischhändler). Derselb sol ruefen, chauftvisch, chauft visch! und sol ein Rad an dem Wagen abziehen; wil man dan

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