in die Arbeit. Die Großbauern des Mittelalters, die Freibauern, gab es seit1500 herüben nicht mehr; in der Slowakei hielten sich manche bis ins19. Jahrhundert. So gab es in Brodsky nicht weniger als acht Freibauern,,, zemani" geheißen, in St. Johann fünf. Der Zeman( Familienname Zeman,Zemanek!) war von der Herrschaft fast unabhängig, auch seine persönlichenFreiheiten waren bedeutend. So zahlte er z. B. für einen Totschlag nur eineverhältnismäßig geringe Geldbuẞe.
Nach der Grundablösung 1848 verfielen besonders in den gemischt-sprachigen Orten viele Bauerngüter. Der leichtere Verdienst bei der Bahnund in der Industrie verführte die Grundbesitzer zum Verkauf ihrer Äcker,die entweder von strebsamen Bauern oder von den Gutshöfen, den Nach-folgern der Grundherrschaften, erworben wurden. Die derzeitige Verteilungdes Grundes zeigt folgende Übersicht aus dem Bezirk Gänserndorf:
über 100 ha( Großbetriebe)20-100 ha5- 20 ha
29
774
3819
Die Erscheinung, daß Bauernsöhne lieber zur Polizei oder Finanz gehen, alsdas Erbe der Väter zu verwalten, hält heute noch an.
Die Häuser werden menschenarm. Noch im vorigen Jahrhundert( Volks-zählung 1869) ergab z. B. die Volkszählung im Bauernhaus in Hohenau( Halblehnerhaus Nr. 4) folgendes Bild:
Arthold Josef, Bauer, aus Dobermannsdorf
99
Therese, Bäuerin
Anna, Tochter
Leopold, Sohn
Kaschnik Johann, Knecht
Schira Marie, Magd
Kaschnik Fabian, Ausnehmer, aus Bischofswarth
"
99
Katharina, Frau
Andreas, Taglöhner, derzeit in Haft in KorneuburgApolonia, Magd
Jetzt wohnt in diesem Haus eine einzige Person, eine Tochter Artholds.Eine andere auffallende Erscheinung ist der rasche Wechsel der Be-sitzer. Vor Arthold war der aus Bischofswarth stammende Kroate KaschnikBesitzer des Anwesens, vor diesem Grunsky, Kugler, Weiß, Vogl und Böck,der nach 1700 das Haus übernahm. Alle mit Ausnahme von Grunsky warenZugewanderte, und ihre Namen sind schon wieder verschwunden. Das warauch bei den meisten anderen Bauernhäusern so; ein einziges, das Hauer-haus Nr. 70, befindet sich seit 1700 ununterbrochen im Besitz der FamilieBenedik.
b) Bauerngesinde und landwirtschaftliche
Saisonarbeiter
Wie wir bei dem Beispiel Arthold sehen, blieb der frühere kroatischeBesitzer( Kaschnik) im Ausgeding und arbeitete mit seiner Familie in Hausund Feld mit; sein Sohn war Knecht, seine Tochter Magd, außerdem warnoch eine slowakische Magd im Hause. Ähnlich sah es in den anderenBauernhäusern aus: Meist wohnte eine im Arbeitsverhältnis zum Bauer
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