katholicka", von Heinrich Seibt( Prag 1780), auch eine Bibel ,, Biblj česka"( Prag 1780). In den deutschen Gebetbüchern„ Himmelsbrot"( Winterberg1860) ,,, Geistlicher Himmelschlüssel"( St. Pölten 1800),„ Christ catholischesUnterrichtsbuch"( Erfurt 1738) u. a. finden sich zahlreiche slawische Liederund Gebete eingelegt, z. B.„ Pobožna Piseň o duownj Krásné Zahradě❝gedruckt in Skalitz 1866, wo in nicht weniger als 18 Strophen der Gartendes Glaubens besungen wird.
Aus der slawischen Grenzbevölkerung sind stets eine größere Zahl vonPriestern hervorgegangen als aus der deutschen. Es ist daher typisch fürden Werdegang eines solchen Grenzlandpriesters, wenn Pfarrer JohannIwancic im Gedenkbuch der Jedenspeigener Pfarre über sich selbst schreibt:,, Ich bin geboren zu Rabensburg, 20. Mai 1798. Mein Vater Josef I. wardaselbst Halblehner Nr. 25, meine Mutter geb. Schira aus Hohenau. Meineguten frommen Eltern waren von der slawischen Nation und so ziemlichbemittelt und zogen mich als den einzigen Sohn sehr streng auf. 1806 kamich nach Zistersdorf, 1807 nach Hausbrunn, um die deutsche Trivialschulezu besuchen und durch Umgang die deutsche Sprache zu erlernen. 1808 kamich nach Nikolsburg, die Schule der Piaristen zu besuchen. Die Theologieabsolvierte ich in Wien. Mit päpstlicher Dispens 23. Dezember 1820 zumPriester geweiht, hielt ich den 6. Jänner 1821 in Rabensburg meine Primiz."Als Besonderheit wäre hier noch zu vermerken, daß es einer der kro-atischen Grenzpfarrer sogar zum Bischof gebracht hat, Adam Dierditsch,( richtig Wertitsch), geb. 1715 als Sohn des Peter D. in Sierndorf, Fährmannan der March. Dieser hatte oft die Familie des Grafen Kollonitsch, die ja inGroß- Schützen ihre Hauptbesitzungen hatte, von Jedenspeigen über die Marchgefahren. Da erregte das muntere Söhnchen des Fährmanns, das oft mitdem Vater fuhr, die Aufmerksamkeit der Gräfin; sie ließ den Knaben stu-dieren und ermöglichte ihm so den Beruf des Geistlichen. Er wurde Chur-priester bei St. Stephan in Wien, später Domherr. 1775 wurde Adam Dwer-titsch( so schrieb er seinen Namen) zum Bischof geweiht und zum Weih-bischof der Erzdiözese Wien ernannt. Ein anderer, Englbert Hoffmayr,geb. 1642 in Rabensburg, trat 1676 ins Kloster Geras ein, wurde 1687 Prior,1693 Prälat. Er starb 1712.
2. Wallfahrtswesen
Vor dem ersten Weltkrieg zogen über die Marchbrücken oft die Wall-fahrer, hinüber und herüber. Drüben wurden von allem Maria Schoßbergund Maria Thal besucht, herüben Maria Moos bei Zistersdorf, Maria Brünndlbei Poysdorf, Maria Brünndl bei Sierndorf a. d. March, Ebenthal, Groissen-brunn und weiter Maria Dreieichen bei Horn, Maria Taferl und Mariazell.Dabei kam es vor, daß sich deutsche und slowakische Waller begegneten;dann erschollen zum Preise der Gottesmutter deutsche und slawische Lie-der und vereinigten sich im Chor.
Es war die Hoffnung auf Gebetserhörung, die die Menschen in Krank-heit und Seelennot ohne Rücksicht auf Hitze oder Regen tagelang, vieleKilometer weit über staubige Straßen ziehen ließ. Über dreihundert Ortezählte man 1910 in der österreichischen Reichshälfte, die jährlich von Hun-derttausenden aufgesucht wurden. Heilung und Erhörung erkannte manwundergläubig als Gnade von oben, wie Mirakelbücher und Votivbildertausendfach bezeugen.
66