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Riß und Arl im Kärntner Nockgebiet : ein Beitrag zur Topographie der altständigen Pfluggeräte in den südlichen Ostalpen
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D) Die Flügelarl im unteren( östlichen) Gurktale( zum Vergleich)

( årl oder bauårl)

Unsere Aufnahmen und die Registrierung verhältnismäßig zahlreicher vorindu-strieller Pfluggeräte( Arln) auch im übrigen Kärnten und außerhalb des hier in Betrachtgezogenen Nockgebietes bieten uns die Möglichkeit, die Abgrenzung der Arlformenbzw. ihrer Varianten im herkömmlichen Altbestand wenigstens an der Ostgrenze diesesGebietes auch von außenher noch exakter vornehmen und aufweisen zu können, alsuns dies zunächst für die Federarl und ihre Verbreitung gegenüber den anderen Pflug-landschaften Oberkärntens möglich war. Zwei sehr wesentliche Umstände waren mirdafür maßgebend: 1. Pfluggeographisch ist das Nockgebiet der Großlandschaft Ober-kärntens zuzurechnen, von dem es eine allerdings sehr markante eigene Kleinlandschaft,nämlich das sogenannte Ringhofgebiet, darstellt. Die Beziehungen in den Arlformensind zwischen den einzelnen Tälern und Landschaften Oberkärntens jedenfalls engerund unübersehbar, wenn auch bisher leider stratigraphisch kaum näher untersucht 163.2. Die Ostgrenze des Nockgebietes, mithin auch die der einstigen Ringhöfe und derFederarl, ist zugleich eine sehr ausgeprägte Kulturlandschaftsgrenze, die Oberkärntenvon Unterkärnten trennt und gleichzeitig eine der wichtigsten Landschaftsgrenzen querdurch ganz Österreich auf der sogenannten Traun- und Dachsteinlinie markiert 164.Innerhalb der Gesamtverbreitung der Arl in den südlichen Ostalpen liegt hier ganzsicher auch eine wichtige Grenzscheide, an die nach Osten hin mit dem steirischen oberenMurtal, mit Unterkärnten samt den Karawankentälern( ohne Lavanttal!) und demAlpenanteil Sloweniens eine weitere Großlandschaft spezifischer Formen der Arl an-schließt, die enger untereinander verwandt zu sein scheinen und für die wir als eineihrer spezifischen Grundformen vorläufig den Terminus Flügelar vorschlagen.Noch weiter im Osten schließt sich daran als äußerste und stärker aufgegliederte Rand-landschaft in der historischen Verbreitung der ostalpinen Arl eine dritte Großlandschaft,die das Kärntner Lavanttal mit der übrigen gesamten historischen Steiermark, d. h.heute auch mit Teilen Nordsloweniens( vor allem des Drautales oberhalb von Maribor/ Marburg/) in Jugoslawien umfaßt. Im Westen scheint dagegen das Iselgebiet von Ost-tirol pfluggeographisch und hinsichtlich seiner Arlformen näher an Oberkärnten mitdem Möll- und Drautal anzuschließen, während das gesamte Gebiet des historischenPustertales mit allen Nebentälern vermutlich als vierte westliche Großlandschaft miteigenen Arlformen zu betrachten ist, die dann an die weiteren und sehr ausgeprägtenPfluglandschaften Südtirols anschließt, von denen wieder( zusammen mit einigen Tä-lern des westlichen Nordtirol und vielleicht auch des Montafon in Vorarlberg) mehrerebesonders charakteristische Verbreitungsformen der Arl auszuscheiden sein werden.

163 Vgl. die Zusammenfassung bisheriger Quellen und Literatur bei Hanns Koren, Pflugund Arl, S. 210 f., dazu Oskar Moser, Die Stangenarl". In: FS. für Wilhelm Hansen,Münster i. W. 1978, S. 135-144; derselbe, Die bäuerlichen Sachgüter usf., in: Die KärntnerLandsmannschaft, Jgg. 1976, Heft 10, S. 118-121.

164 Vgl. die östliche Hauptgrenze unserer Kartenübersicht zu Kärntens Hauslandschaftenin unserer Abb. 2. Dazu Oskar Moser, Stand und Bedeutung der Scheunenforschung im Ost-alpenraum, In: Volkskunde im Ostalpenraum, hrsg. von Hanns Koren und Leop. Kretzen-bacher( Alpes Orientales II), Graz 1961, S. 93 u. 100 ff.; derselbe, Rauchstubenhäuser in denGurktaler Bergen, Hauskundliche Materialien zur Kennzeichnung einer Kulturlandschaft Inner-kärntens. In: Car. I 1962, S. 311 f.- Zur sogenannten Traunlinie vgl. Ernst Burgstaller,Zur kulturgeographischen Brückenstellung des Zentralraumes von Oberösterreich. In: FestschriftMatthias Zender. Studien zu Volkskultur, Sprache und Landesgeschichte, hrsg. v. Edith Ennenund Günter Wiegelmann I, Bonn 1972, S. 106-122, hier besonders S. 115.

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