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Riß und Arl im Kärntner Nockgebiet : ein Beitrag zur Topographie der altständigen Pfluggeräte in den südlichen Ostalpen
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C) Die Federarl und ihre Sonderzurichtung

( Die Arl mit Sturzbrett)

Die Federarl des Kärntner Nockgebietes ist durch den abgesenkten Hintergrindelund vor allem durch ihr langgestrecktes, flaches Pflughaupt gekennzeichnet, dessenStreichvorrichtung vertikal zur Hauptpflugebene der Zugrichtung steht. Beides hängtmit ihrer Arbeitsweise als flachgängiger Rührpflug, mit spezifischen Boden- und Ge-ländeverhältnissen und mit der älteren Egartwirtschaft als Ackerbausystem zusammen,beruht also, schon von hier aus gesehen, vermutlich auf altüberlieferten Grundvoraus-setzungen. Es handelt sich dabei um ein charakteristisches, in seiner Eigenart unver-kennbares Gefüge von Sohle und Streichvorrichtung, das in dieser Landschaft zuletztjedenfalls ausnahmslos angewendet worden ist und bei dem nicht die Sohle, sondern diean sich zweiteilige Streichvorrichtung mit ihrem Vorholz die Schar, den Arling", trägt.Auffallend ist auch die weite Gabelung ihrer beiden Federn" nach hinten. Sie zeigt einenrunden und weiten, schon an der Griessäule ansetzenden Ausschnitt und liegt in einerEbene mit dem flachen Streichbrett, zu dem sich die beiden Vorderhälften dieser Fe-dern" über dem eigentlichen Sohlhaupt schließen. Auch diese Besonderheit findet ihreErklärung in der Absicht, die von Schar und Streichfedern aufgenommene und zer-krümelte Ackererde im sogenannten Rückfall" zur Furche zu bringen, ein Prinzip,das auch in seiner Funktionsweise und Arbeitsleistung von denen anderer Typen derArl verschieden ist 155, jedenfalls aber nicht auf seitliche Verdrängung der Ackererde ab-zielt, wie dies bei den meisten Streichvorrichtungen ansonst mehr und minder deut-lich der Fall ist 156.

Man kann aber dennoch nicht bestreiten, daß es sich bei dieser eigenwilligen Bau-art und Funktionsweise des Pflughauptes der Federarl um ein überlegtes und verhält-nismäßig hochentwickeltes, aber auch, von seiner Herstellung her gesehen, standardisier-tes Gefüge handelt, von dem wir leider bis jetzt nicht wissen, von wo es ausgegangenund wann es aufgekommen ist. Nach den Zeugnissen der bis jetzt bekannt geworde-nen Sachüberlieferung scheint es aber doch bereits im 18. Jahrhundert üblich gewesenzu sein und jedenfalls muß es dieses vor dem Aufkommen von umsetzbaren Streichbe-helfen mit anderer Arbeits- und Funktionsweise an der Arl bereits gegeben haben.Die Tatsache, daß besonders schon im 17. Jahrhundert nach Aussagen der Inventar-quellen zahlreiche mit dem Grundwort Arl zusammengesetzte Sonderbezeichnungennachzuweisen sind, daß aber darunter auffälligerweise die Bezeichnung Federarl an-scheinend fehlt, wohl aber andererseits, um nur ein Beispiel anzuführen, im Jahre 1657( Aug. 30) bei einem gewissen Wolf Pasitzer ob Afritz 3 Arl federn" verzeichnet wer-den 157, alles das spricht sehr dafür, daß die Federarl als solche in dieser Landschaft

155 Vgl. H.-C. Dosedla, Pflug und Arl in Österreich( OVA, Lfg. 6/ I), Wien 1977,S.5-7.- Die rundliche Öffnung zwischen den beiden Enden der Arlfedern" habe nach Aus-kunft des 82jährigen Altbauern beim vulgo Weger in Unterwöllan Nr. 5, den Zweck, daß sichdie aufgebaute Ackererde nicht ansetzen kann, d. h. nicht über den Federn" staut oder garfestsetzt( bei nassem Boden), sondern gleich abfällt"( nach mündlicher Auskunft vom 19. 5.1980).

156 Ebenda S. 4, Abb. 1-5: Schematische Darstellung der Wirkungsweise verschiedenzugerichteter Pflughäupter bei Arln. Bei der Federarl und Flügelarl( dieser entspricht Abb.4 a- c) muß allerdings auch mit dem Rückfall" von Ackererde durch die innere Ausrundungder Gabelung dieser Streichvorrichtung gerechnet werden.

157 Kärntner Landesarchiv, Klagenfurt, Herrsch. Portia, Fasz. 297/ B: Verlassenschaftsab-handlung nach Wolf Pasitzer ob Afritz vom 30. Aug. 1657. Bezeichnenderweise findet sich die-

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