rücksichtslosen Strafen vor. Die in verschiedenen Jahren getra-genen Abzeichen( 1469 Buchstabe„ A", 1477 Flügel, 1478, 1479,1480, 1489, 1490, 1491 Jungfrauenbild Glossar ::: zum Glossareintrag Jungfrauenbild, 1504 Rad, 1512 Wappen-schild) erinnern an die Kleinode der Orden, Ritterbünde, Turnier-gesellschaften usw. Trotz der Polizeiverbote gehörten NürnbergerPatrizier solchen Gesellschaften an.
Der Zeitraum, in dem in Nürnberg das Schembartlaufen statt-fand, zerfällt in vier deutlich unterscheidbare Teile.
1. Die Zeit der Heischegänge( 1449-1459)
Die Bilder der Läufer sind bereits in dieser Zeit so ver-schieden, vor allem in Kleinigkeiten, daß man kaum an einespätere Rekonstruktion denken kann. Die Bilder sind wahrschein-lich tatsächlich in den betreffenden Jahren entstanden und wurdenspäter getreu kopiert. Im Jahr 1449 wurden Fisch und Krebsgesammelt, neben dem Läufer steht ein Schaff mit Fischen undKrebsen; 1451 trägt er ein Netz mit Fischen am Gütel; 1453 hälter ein Stäbchen mit Salzheringen in der Hand; 1456 trägt er eineTasche mit Fischen am Gürtel. In den Jahren 1457, 1458 und 1459wurde Geld gesammelt. Der Läufer trägt eine mit einem kleinenSchlößchen versperrte Sparbüchse an einer Kette um den Hals.
In dieser Zeit sind die Trachten einfach weiß, nur einmal be-stehen sie aus billigem blauen Stoff( Schetter). Mit Ausnahme desLäufers von 1451 tragen alle Hüte. Teile des Gewandes sind fastimmer farbig( Ärmel oder Handschuhe). Durch das Tragen einerkleinen Fleischhacke auf der Brust wird die Zugehörigkeit zurMetzgerzunft betont. Die Schellen sind in den ersten Jahren vongroßer Mannigfaltigkeit. In den drei ersten Jahren wurden Schaf-schellen( Glöckchen) verwendet, später gestielte Schellen( an an-geschmiedeten gedrehten Stielen) sowie gewöhnliche Schellen. DerSchellengürtel liegt 1458 locker auf den Hüften, 1453 trägt derLäufer einen Schulterriemen mit Schellen( Hornfessel), 1459 istdas ganze Gewand mit Schellen benäht.
Schon 1449 gehört der Hauptmann einem ratsfähigen Ge-schlecht an. Von einem Kauf ist in diesen Jahren keine Rede, imGegenteil, die Metzger müssen den Läufern zahlen und die Läufermachen Heischegänge in der Stadt. Die Teilnahme der jungenEhrbaren fand wohl in freundschaftlichem Einvernehmen mit derMetzgerzunft statt.
Die Anzahl von 24 Läufern, die im Anfang bevorzugt wird,hat ihre Bedeutung wahrscheinlich darin, daß man 12 Paarebilden wollte.
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