Die österreichische Maskenforschung 1930-1955
Von Leopold Schmidt
Der Österreichische Verein für Volkskunde hat in den sechzigJahren seines Bestehens sehr Beachtliches für die Erforschungdes Maskenwesens, der Maskenspiele und des Maskenbrauchtums Glossary ::: show glossary-entry Maskenbrauchtumsgeleistet. In seinem Österreichischen Museum für Volkskunde isteine der stattlichsten Sammlungen des Gebietes zusammenge-tragen worden ¹), seine Zeitschrift für österreichische Volkskundehat in allen in ihren drei Folgen in achtundfünfzig Jahrgängenzahlreiche und wichtige Veröffentlichungen dazu gebracht 2), undVorträge und andere Veranstaltungen haben jederzeit das In-teresse daran wacherhalten. Das ist freilich nur selten gewürdigtworden. In den Veröffentlichungen der deutschen Volkskunde,jahrzehntelang maßgebend für alle Einschätzung der Leistungenauch unserer Forschung, ist davon kaum eine Spur zu verfolgen.Berücksichtigt man nur die Publikationen des letzten Vierteljahr-hunderts, über das hier berichtet werden soll, so wird man eineerstaunliche Unkenntnis feststellen können. Als Hilde Emmel fürihre Dissertation über das deutsche Maskenwesen, die sie beiFriedrich von der Leyen arbeitete, das alpenländische Materialaufsuchte, erfaßte sie nur die Sammlungen der Museen von Inns-bruck, Salzburg und Nürnberg 3). Das bei weitem größere undumfänglichere Material Wiens blieb ihr unbekannt, obgleich sieaus den Veröffentlichungen von Wilhelm Hein ersehen habenmußte, wo seine Sammlung geblieben war. Das war zu Beginnunseres Berichtszeitraumes 1933. Wenige Jahre später, nämlich1936, erschien die nützliche Zusammenstellung in Form eines,, Wörterbuches der deutschen Volkskunde", die ein Arbeitskreis
1) Vgl. Arthur Haberlandt, Führer durch das Museum für Volks-kunde. Neuausgabe. Wien 1930. S. 13. Die ganz kurze und völlig unzu-reichende Beschreibung der Maskensammlung ist charakteristisch.
2) Vgl. das Registerheft zu den beiden ersten Folgen der Zeit-schrift, zusammengestellt von Arthur Petak. Wien 1944.
3) Hilde Emmel, Masken in volkstümlichen deutschen Spielen( Deutsche Arbeiten der Universität Köln, Bd. 10). Jena o. J.