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stellt werden. Ihr Unterschied zur vollen Kranzzimmerung etwa beim Pfettenstuhldach( nach B/ IV) ist sowohl baustatisch wie auch gefügemäßig mit aller Eindeutigkeit gegeben:Während nämlich der verstärkte Pfettenstuhl bei letzteren( B/ IV) die Rofenhölzer direktaufnimmt und abstützt, so daß es vielfach keines Firstbalkens mehr bedarf, und er daherwegen des vollen Dachdruckes auch horizontal durch besondere ,, Stuhlriegel" verspanntwerden muß, übernimmt diese statische Sicherung bei den Scherendächern( C/ 2) derScherenbinder, bei den Sparrendächern( D/ 2) der Kehlbalken. Beide erst leiten unmittel-bar an ihrer Abbundstelle mit den Sparren( Schersparren) die Dachlast auf das stets ein-fache Rähmholz des„ Rähmstuhles" oder Einzelrähms ab. In selteneren, primitiven Glossar ::: zum Glossareintrag primitivenFällen derartiger Rähmgefüge besorgt diese Aufgabe einfach ein in der Sparrenunterseiteeingebohrter, genügend vorstehender Holzpflock oder Stütznagel. Bei solchen einseitigenRähmeinzügen nennen wir diesen Typ des Stützgefüges bei Scheren- und Sparrendächernam bestenRähmstütze" und die entsprechende Gefügeart selbst„ Rähm-zimmerung". Bei Einbauten unter beiden Dachhälften schlage ich dagegen vor, dieBezeichnung ,, Rähmstuhl" bzw. ,, Rähm stuhlzimmerung" zu verwendenund sie so von der„ Kranzzimmerung“ bei Pfettenstühlen( nach B/ IV) zu unterscheiden( siehe Abb. 7). Die verbreitete Übung, selbst bei echten Sparrendächern( nach D/ 2) insolchen Fällen von„ Dachstühlen“,„ Schneestühlen“,„ Stühlen“ u. dgl. zu sprechen, kenn-zeichnet die mangelnde und äußerst ungenaue Beurteilung solcher Dachgefüge, ja sieführt unter Umständen zu weitreichenden Verwechslungen und Widersprüchen in dervergleichenden Hausforschung. Schon der weiter oben herangezogene Umstand, daß diewirkliche Kranzzimmerung des Pfettenstuhldaches von der Rähmzimmerung bei stehen-den Gespärren nach der Art und dem Ablauf des Dachaufrichtens klar voneinander zuunterscheiden ist, sollte da zu denken geben. Umso wichtiger aber wird dieser grund-legende Unterschied, sobald wir versuchen, die Dachbauarten und ihre spezifischenGefüge in einem festen Klassifikationsschema einzuordnen und gegeneinander abzu-setzen. Wir stehen hier somit an jenem Punkt, an dem sich eine erste genauere undgrundsätzliche Betrachtung gerade für diese bisher zumeist als Mischtypen oder Spät-entwicklungen im Dachbau angesprochenen Dachgerüsttypen als notwendig erweist.
Die Dachschräghölzer und ihre Gefügemerkmale
Exakter, als dies bisher für gewöhnlich geschah, wird man indessen auch die kon-struktiven Einzelheiten jener Schräghölzer im Dachgerüstbau zu untersuchen undfestzulegen haben, die jeweils die Dachflächen bilden und die Dachhaut aufnehmen.Bekanntlich sind dabei grundsätzlich zwei völlig verschiedene Arten von solchen Schräg-hölzern auseinanderzuhalten und im Sinne der bisherigen vergleichenden Hausforschungzu unterscheiden:
1. Die Rafen oder Rofen,
2. die Sparren.
1. Die Rofen: Als solche können nur jene Dachschräghölzer gelten und be-zeichnet werden, mit denen ein auf Dachbalken( Jochbalken, Ansen oder Pfetten) lie-gendes oder hängendes Dach gebildet wird. Sie sind also nur begrenzt oder überhauptnicht tragende Bestandteile des Dachgerüstes und dienen dazu, bei größeren Abstän-den der Anse, Jochbalken oder Pfetten die Dachhaut aufzunehmen. Sind Anse oderPfetten hingegen hinreichend dicht nebeneinander verlegt, so können die Rofen auchfehlen. Entsprechend ihrer spezifischen Funktion innerhalb des Dachverbandes und zu-folge ihrer konstruktiven Eigenart hat man daher Dachbauweisen dieser Art auch alsPfettenrofendächer bzw. als Ansrofendächer bezeichnet.
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