2. 2. 2. Die Nipter- Szene
Die Darstellung der Fußwaschungsszene ist in Konstantinopel, 179 Jerusalem, 180Antiochia, 181 in Chora auf Patmos, 182 in Madytos an den Dardanellen, 188 auf Zante 184und in Kappadokien 185 nachgewiesen. Die frühesten Beschreibungen beziehen sich aufKonstantinopel 186 und Jerusalem. 187
Am Gründonnerstag 1675 sieht der englische Reisende Covel die Szene vor derPatriarchenkirche in Konstantinopel derart dargestellt: 188
,, Man brachte dem Patriarchen einen Wachsstock statt des Patriarchenstabes. Ersteigt in der üblichen Kleidung auf seinen Thron. Alle Griechen schlagen gemächlich ihrKreuz...
Der Patriarch bezieht seinen Platz. Der Chor singt eine bezügliche Passage aus demJohannes- Evangelium. Zwölf Priester nähern sich- jeweils zwei zusammen- verbeu-gen sich vor dem Patriarchen, küssen seine Hand, weichen zurück, machen noch eine Ver-beugung und entfernen sich. Sie stellen die zwölf Apostel dar Sie tragen alle dasübliche Priestergewand. Das einzig Kennzeichnende ist die goldene Tafel mit dem Na-men des Apostels, die sie um den Hals hängen haben. Zuerst näherte sich ein Notleiden-der, der den Judas vorstellte- er trug keine Stola. In kurzem Abstand folgten dieanderen Apostel. Da begann der Patriarch, sein Ornat anzulegen zwei Diakone hal-fen ihm, die vier Stufen herabzusteigen.
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Er näherte sich den Aposteln und begann mit Judas. Der dritte Diakon verlas diePassage aus dem Evangelium“ καὶ ἤρξατο νίπτων τοὺς πόδας τῶν μαθητῶν ,. Er knietenieder und wusch den rechten Fuß nur dieser war unbekleidet. Die zwei Diakonehelfen ihm. Während der dritte Diakon mit dem Verlesen des Johannes- Evangeliumsfortfährt, legt der Patriarch das Stichiarion, das Horarion und das Epigonation, 189 außer
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25 ff.). Daran schließt der Triumph Christi über den Hades( Hölle) nach der Resurrektion an,der zugleich die Rückführung von Adam und Eva ins Paradies( Himmel) bedeutet. DasselbeDromenon ist auch im lateinischen Westen anzutreffen: ,, In der Osternacht ziehen die Geistlichen,an ihrer Spitze der Darsteller Christi, um die Kirche herum; der Christusdarsteller klopft an dasdie Pforten der Hölle symbolisierende Kirchentor; ein den Teufel vorstellender Diakon ant-wortet von innen und öffnet schließlich das Tor"( E. Hartl, Das Drama des Mittelalters,Leipzig 1937, 46; dazu auch K. W. Ch. Schmidt, Die Darstellung von Christi Höllenfahrtin den deutschen und den ihnen verwandten Spielen des Mittelalters, Diss. Marburg 1915). DasWeiterleben dieser Szene im neugriechischen Dorfbrauchtum Glossar ::: zum Glossareintrag Dorfbrauchtum stellt noch ein Indiz bei für diedichte Verflechtung von Ost und West auf dem liturgischen Sektor.
179 Dazu Simopulos, 1972: 645 f. und Kakuri, 1946: 112.
180 Simopulos, 1973: 266 f. und Ajotafitis, 1904: 163 ff.
181 Axelos, 1957: 14 ff.
182 Alexakis, 1889: 336 ff.; Krumbacher, 1889: 376; Malandrakis, 1905:369 ff., 382 ff., 392 ff.( ders. auch in Ewrhp II'[ 1890], 61-62), Axelos, 1957: 14 ff.( auchin Néa Estia 61[ 1957], 522.), Mavrudis, 1957: 41 ff.; ferner Megas, 1951: 3, 95;Kukules, 1948-1955: 6, 112; Megas, 1954 b: 100; Papadopulos, 1925: 68 ff.183 Anonym, 1936/37: 110 f.; Kukules, 1948-1955: 6, 112; Megas, 1954 b:
100.
184 Kukules, 1948-1955: 6, 112 und Megas, 1954 b: 100.
185 Kukules, 1948-1955: 6, 112 und Megas, 1954 b: 100.
186 John Covel, The diaries of dr. John Covel( 1670-1679), ed. by Theodore Bent,
London 1893.
187 Frederic Hasselquist, Voyages dans le Levant dans les années 1749, 50, 51 et52..., Paris 1796.
188 In deutscher Übersetzung zitiert nach der griechischen Version bei Simopulos,1972: 645 f.
189 Teile des patriarchalischen Ornats.
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