Holz von fremden Bäumen gestohlen wurde usw., besonders aber in zwischenge-schlechtlichen Angelegenheiten, werden hauptsächlich durch Frauen hervorge-rufen, die kommen und Anklage erheben. Die Familie des Aga hat den Tisch ge-deckt; er darf nicht mehr als 3 petita kosten. Jeder von der Gruppe steuert1/2 petit bei. Das derart gesammelte Geld wird während der Käsewoche fürSpeisen ausgegeben. V. Kanellakis, 1890 a: 355 ff., 1890 b: 91 f.; Ano-nym, 1929 c; Argenti- Rose, 1949: 357 ff.
1645) I. Samos( 11 c). II. Letzter Sonntag des Karnevals. III. Vorstellung des„ Kadi".Seit Wochen werden Vorbereitungen getroffen. Die geeignete Person für denRichter wird ausgesucht: Sie muß dicklich, schlagfertig und humorvoll sein. InPompe zieht der Gerichtshof begleitet von Kindergeschrei durchs Dorf. AmHauptplatz werden Zeugen vernommen und Angeklagte verhört. Alle Vorfälleder vergangenen Jahre werden behandelt. Viele kleine Zwiste kommen derart ansLicht der Öffentlichkeit. Die Verurteilten müssen Geldstrafe zahlen, oder siebekommen Stockschläge auf die Fußsohlen.„ Es ist eine Sünde, am Reinen Mon-tag zu erwachen und Differenzen mit jemandem zu haben." Am Abend besuchendie Masken die Familien in den Häusern. Es folgt ein nächtliches Fest. V. Fa-raklas, 1939: 201 ff.; Imellos, 1964: 199.
1635)( 111, 2 c) Megas, 1956: 123. 1636) Kadooles( 186, 11 c) Hs 933/1969: 17 ff. 1637)( 235, 11 c) Hs 729/1969: 159 ff. 1638)( 6 c) Hs 337/ o. J.: 10.1639)( 364, 11 c) Hs 1330/1971: 228 ff. 1640)( 427, 11 d) Labrinudakis,1957/58: 287 ff. 1642)( 430, 7 b) Grammatikoglu, 1969: 192 f. 1643)καμουζέλλες( 11e) Michailidis- Nuaros, 1969: 20 ff. 1644) παπαδὰ ι( 117, 8 a) Papatheodoru, 1970: 138. 1646)( 7) Heuzey, 1927: 30und Θεσσαλικά Χρονικά Β'( 1931) 64 f.
1.8.2.3. Hochzeitstravestien
Vlachische, türkische, venezianische, Bauern- und Zigeunerhochzeit Glossar ::: zum Glossareintrag Zigeunerhochzeit sind Parodienauf abweichendes Verhalten bei einem der bedeutendsten Ereignisse für die Mikrosozie-tät. Die Travestie des Mysteriums kann gekoppelt sein mit einer Aussteuerparodie aufeiner Eselskarawane, Karikierung des Brautpaars und der Schwiegerleute usw., aber auchverquickt sein mit anderen archetypischen Szenen.
1647) Bháxixos rapos. I. Theben( Thivai, 4 b). II. Reiner Montag. III. Am Vorabendwird die Verlobung arrangiert. Braut, Bräutigam und Schwiegerleute tragenvlachische Trachten oder alte Kleidung. In größerem Abstand werden zwei Hüt-ten errichtet( Lastwagen dekoriert mit Priemelzweigen), das Haus der Braut unddas des Bräutigams. Wegen des großen Abstandes werden Mikrophone verwendet,früher vermittelnde Boten. Zwei Gefolgszüge bewegen sich auf die beiden ,, Häu-ser" zu. Der Stadtälteste ist als Brautjungfer Glossar ::: zum Glossareintrag Brautjungfer gekleidet. Am Mittag wird auf zweiauf der Straße aufgestellten Tischen das Symposion abgehalten. Dann beginntdas Feilschen um die Aussteuer und die Heimführung der Braut. Die Maultierewerden mit der Mitgift beladen, die Braut sitzt im Wagen, dahinter die„, Braut-jungfer Glossar ::: zum Glossareintrag jungfer". Der Bräutigam rasiert sich öffentlich. Es stellt sich heraus, daß dieBraut keine Jungfrau Glossar ::: zum Glossareintrag Jungfrau mehr ist. Es beginnt ein Schachern mit dem Brautvater umhöhere Mitgift. Doch ist nur mehr ein lahmer Esel und ein Lamm herauszu-schlagen. Im Jahre 1959 erfolgte nach der Hochzeit plötzlich der Tod einer derSchwiegerleute. Man beklagt den Leichnam und er erwacht wieder zu Leben.V. Jannakos, 1929; Megas, 1956: 119, Megas, 1957/58: 137 f.;Liokis, 1966: 240 f.; Aranca, 1968: 19 ff. VI. Der Brauch wird jährlich
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