lungen in bezug auf das Kind aus. 5. Die Mami wird geschmückt( Blumen, Zwie-bel- und Knoblauchgirlanden; gerötete Backen); sie sitzt in einem Armstuhl.6. Symbolische Deiknyomena mit Gegenständen, die weibliche oder männlicheGeschlechtsteile vorstellen, werden vorgenommen: Z. B. eine Wurst wird in ver-schiedene Löcher gesteckt; aus Holz oder Ton und Schweinsdärmen wird ein Phal-lus geformt und mit Blumen geschmückt; aus einem Fellstück wird eine Vagina ge-formt und beide Gebilde zusammengesteckt. Diese„ Genitalien" werden beim Tanzin der Hand gehalten und von neuankommenden Frauen geküßt. 7. Fruchtbar-keitswünsche von seiten der Hebamme an die Frauen. 8. Ein Symposion der Frauenmit exzessivem Weingenuß, obszönen Liedern und Tänzen sowie obszönen Redenund Spielen. 9. Beim Tanz am Dorfplatz kommt es auch zu Verkleidungen: alsMann, als Polizist, als Soldat mit Schwert und Uniform. 10. Beschützung und Be-wachung der Hebamme, damit sie nicht von den Männern gestohlen wird. 11. Aus-schwärmen durch die Straßen und Kaffeehäuser des Dorfes mit exzessiven Tänzenund Trunkenheit. 12. Das Einschließen der Männer ins Haus; wer auf der Straßevorgefunden wird, muß Wein spendieren, sonst wird er entkleidet. 13. Festzug derHebamme in einem Wagen zu einer Quelle, wo sie mit Wasser übergossen wird.14. Finalität des Festes ist Prosperität und Fertilität sowie die Ehrung der Amme.15. In bürgerlichen Zentren( 316, 46, 469, 2 b) treten auch degenerierte Formenauf, wo sich die Männer als Hebamme verkleiden( Verspottung; Umkehrung).V. Megas, 1967: 534 ff. Die Quellen: S. Manassidis, Ioτopixòv Asεixòv84-87; K. Papaioannidis, paxixà A' 1928, σ. 458; Faltaits, 1929;Delijannis, 1936/37: 196 ff.; Hs 1104 A': 5-8, 89, 106-7, 269-77; Hs1104 B': 2-3, 31-33, 34; Hs 1104 T': 21-23, 90-93, 162-3, 164-5, 205; dieHandschriften stammen von Megas selbst. Dazu auch Megas, 1951: 3, 59 ff.,1956: 85 ff.; Kakuri, 1946: 164 ff.; Tzunis, 1957: 237 ff.
903)( 338, 8 j) Papakonstantinu, 1962: 350 ff. 904)( 510, 12 a) Hs 2374:111, 135. 906)( 219, 8 f.; 220, 8 i; 38, 8 f; 466, 8 c) Faltaits, 1929, Aika-terinidis, 1967/68: 324 ff. 907)( 477, 2 b) Skordelis, 1861: 450 ff.
1.6.3.4. Scheinpflügungen
In den komplexeren Karnevalszeremonien kommt es häufig zu Pflug- und Saat-parodien, die auch sakralen Charakter tragen können im Gegensatz zu den vorausgehen-den Szenen. Isoliert kommt die Pseudarotriasis weniger häufig vor, und dann nur alstravestiertes Ritual. Ackern heißt Befruchten im weitesten Sinne und betrifft die Fertili-tät von Boden und Frau. Ernteerfolg und Kindersegen sind aber synonym mit Eutychie.Der Pflug spielt deshalb auch im Hochzeitsbrauchtum Glossar ::: zum Glossareintrag Hochzeitsbrauchtum eine bedeutende Rolle. 248 DieVorrangigkeit des femininen Sexus mit Virginitätsbedingung, wie sie Mannhardtschildert, 249 ist dabei allerdings nicht zu beobachten. Die geographische Streuung desFallmaterials ist untypisch, da der Großteil des Materials noch aussteht.
910) I. Chalkion( 88, 11 d). II. Käsesonntag mittag. III.„ Am Mittag des Fasching-sonntags gingen sie auf die Wiese, zwei von uns wurden Rinder und zogen einPflugjoch, ein anderer war der Pflüger und säte Salz... dann standen alle rundumund einer in der Mitte machte irgendwelche( phallische) Bewegungen, und was dermachte, machten auch die andern." V. Megas, 1951: 3, 71 f.; 1956: 106.908)( 459, 11 b) Hs 1160 B': 125. 909)( 490, 11 d) Hs 2072: 43.
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248 Vgl. K. A. Romaios, Tò óvì aròv ráμov, AF Z', 346–368.249 1905: 1, 553 ff.