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Brauchtumserscheinungen Glossar ::: zum Glossareintrag Brauchtumserscheinungen im griechischen Jahreslauf und ihre Beziehungen zum Volkstheater : theaterwissenschaftlich-volkskundliche Querschnittstudien zur südbalkan-mediterranen Volkskultur
Entstehung
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der Lazaruskalanda. Ein starkes Argument für die virtuelle initiatorische Bedeutung derLazaruskalanda bringt Nr. 696, wo der Pfarrerstochter die Jungfernschaftskontrolle Glossar ::: zum Glossareintrag  Jungfernschaftskontrolle derKalandamädchen mit Ausschlußvollmacht oblag. Den gleichen Sinn hat auch die Alters-beschränkung bei den Knaben.

685) Wnk.( xódevta). I. Aposkepos( 57, 8 e). II. Vornacht gegen Mitternacht. III. Kin-der entzünden zuerst ein großes Feuer( Taλéoxa), veranstalten dann den Umgangmit Liedern und xóλevta- Rufen. Auf einem 3-4 m langen Stock ist an der Spitzeeine Kerze aus Lammfett angebracht und ein hölzerner Behälter, in den von denFenstern der Obergeschoße der Häuser die Gaben hineingelegt werden. Die Stöckeheißen toupáɣeç. IV. Kastanien, Geld, Kringel. V. Hs 1102: 5.

689) Lzk.( too Aavtápov). I. Leros( 11 e). II. Samstag der 4. Fastenwochen und Palm-samstag. III. Der Otwxolάtapos( armer Lazarus) wird schon eine Woche früherbegangen. Mit einer Lazarusikone aus der Kirche gehen die Kinder umher undsingen ein kleines Lied. Sie werden meist abgewiesen mit der Begründung, daßOstern noch weit sei. Am Samstag( too πhovalov Aalápov) werden sie nicht mehrabgewiesen. IV. Eier. V. Hs 2279: 31 f.

690) Lzk. I. Milos( 11 a). II. Palmsamstag früh. III. Der Pfarrer bereitet ,, Fische" vorund verteilt sie vorzugsweise an seine Ministranten und Helfer. Diese ,, Fische"sind kleine, zarte Zweige einer Dattelpalme, deren Blätter derart zurechtgestutztwerden, daß sie die Form eines Fisches bilden. Den Schwanz bildet die Spitze desZweiges, die unteren Blätter werden weggeschnitten, so daß der herausragende Asteinen Haltegriff bildet. Andere Kinder gehen mit einem blütengeschmückten Holz-kreuz und dem Eierkorb um. V. Hs 2339: 159 ff.

696) Lzk. I. Polyfyto( 8 g). II. Palmfreitag bis Palmsonntag. III. Die Mädchen( Aalapives) treffen sich am ersten Fastensonntag vor Ostern und bilden Paare. Siemüssen unter 18 Jahren und Jungfrauen Glossar ::: zum Glossareintrag  Jungfrauen sein. Sind sie es nicht mehr, so versuchensie von dieser Verpflichtung loszukommen, worauf natürlich Gerede( xoτoμió)entsteht. Sie treffen sich jeden Abend in einem bestimmten Haus und lernen beimSticken und Stricken die Lieder von älteren Frauen. Sie schlafen paarweise dort.Jeden Samstag begeben sie sich, ebenfalls paarweise, zum Brunnen. Der Pompevoran geht die Hausfrau mit rotem Kopftuch, dahinter tanzen die Mädchen, bunteTücher in Händen, und singen. Am Brunnen singt man ein anderes Lied, nimmtetwas Wasser und macht sich, wieder ein Lied singend, auf den Rückweg( dieserBrauchteil hängt mit dem xλndovas zusammen. Dazu A. Thumb, Zur neu-griechischen Volkskunde. III. Der Klidonas, Z. V. V. II, 1892, S. 392 ff.). Man be-reitet die alte Lokaltracht vor. Die Mädchen gehen zur Abendmesse und tanzenanschließend im Hof der Kirche drei verschiedene Tänze und singen. Die gesamteEinwohnerschaft sieht zu. Am Samstag wird die Pastete gebacken und am Abendim Dorf verteilt: Drei eigene Pasteten werden für den Priester, den Lehrer und denOrtsvorsteher gebacken und von allen zusammen überreicht. Für das übrige Dorfwird eine große Pastete gebacken und in Stücke geschnitten, und jedes Mädchenüberreicht Eltern und Verwandten ein Stück. Die Mädchen begeben sich dannwieder in ihr Quartier und singen und tanzen die ganze Nacht. Am Sonntag be-suchen sie die Frühmesse und bleiben anschließend mit ihrer Hausfrau allein in derKirche, wo sie die Leiden Christi singen. Im Vorhof der Kirche tanzen sie danndieselben Tänze wie am Freitag; ihre Wirtin führt an. Wenn sich der Priester nachHause begibt, bilden Lazarinen und andere Frauen eine Prozession hinter ihm,folgen ihm und singen ein Lied. Beim Haus angelangt, empfängt die Frau desPriesters den Zug in der Tür. Die traditionelle Süßigkeit wird überreicht und einLoblied abgesungen. Früher kontrollierte hier die Tochter des Pfarrers, ob alle

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