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Brauchtumserscheinungen Glossar ::: zum Glossareintrag Brauchtumserscheinungen im griechischen Jahreslauf und ihre Beziehungen zum Volkstheater : theaterwissenschaftlich-volkskundliche Querschnittstudien zur südbalkan-mediterranen Volkskultur
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allerdings der Definition und Katalogisierung des totalen Universums": 74 Außer densimplen Kalanda- Formen und Primitivmaskierungen Glossar ::: zum Glossareintrag  Primitivmaskierungen des Karnevals wurde vom Voll-ständigkeitsanpruch bei der Quellenerfassung nicht abgegangen. 75 D. h. innerhalb destheoretischen Rahmens( der Postulierung der Grundkategorien) kommt dem Zahlenwertein sehr hoher Gültigkeitswert zu. Doch dreht sich hier die Beweisführung im Kreis:Denn gerade das theoretische Postulat sollte doch durch die empirische Zahl gestütztwerden. Die theoretische Vorvermitteltheit des empirischen Zahlenmaterials ist eineAporie, die statistisch- prinzipiell nicht aufzuheben ist, sondern nur in übergreifen-der Reflexion auf die Bedingtheit der Ergebnisse der angewandten Methode. In diesemSinne kann das Zahlenmaterial nur den Verifikationsanspruch einer Tendenz haben.

Die arithmetische Aufschlüsselung des Datenmaterials zu den Formen des Sammel-umzugs, der Aktion und Maskierung ergibt folgendes Bild:

Nonverbaler und aktionsloser Sammelumzug( 1.1.)

Sammelumzug mit Verbalisierung der Gabenforderung( 1.2.)Absingen eines Liedes( 1.3.)

Mitführen eines Symbolgegenstandes( 1.4.)

Apotropäische und eueterische Handlungen( 1.5.)

Agonales, ekstatisches und mimetisches Agieren( 1.6.)

Metamorphose durch Maske und Verkleidung( 1.7.)Interaktives Rollengeflecht( 1.8.)

Insgesamt

43

18

403

238

138

177

495

156

1668

Das zahlenmäßige Herausragen der Liedumzüge und der Maskierung war derGrund der Einschränkung der Quellenerfassung auf diesen Sektoren, soweit es um mor-phologisch uninteressante Tautologievorkommen ging. Bei den Kategorien 1.6., 1.7. und1.8. wurden gehäuft auch Fälle aufgenommen, die als Mobilitätsstruktur die Zyklokinesein Pompeform nicht oder nicht deutlich aufweisen, aber bei der Konstituierung theatra-lischer bzw. theatroider Formen eine wesentliche Rolle spielen: Aktion und Maskierung.Doch halten sich diese Elemente isoliert wenig und scheinen auch nicht entwicklungs-fähig; sie lagern sich rasch der zirkularen Prozessionsform an.

Eine weitere Aufschlüsselung in Unterkategorien erscheint nicht gerechtfertigt, dadieselben Kriterien entsprechen, die im allgemeintheoretischen Rahmen dieser Studienicht verankert sind, als diakritische Anhaltspunkte aber in anderen Zusammenhängenwichtig werden können: Elemente, Attribute, Termine usw. Die Zahlenwerte scheinenüberdies in den Exkursen und Verbreitungskarten auf.

0. 8. Sprache und Dialektologie

Albanisch, Türkisch, slawische und vlachische Dialekte sind für die Untersuchungvon peripherem Interesse. Im Zentrum des Fallmaterials steht die neugriechische Sprachemit ihren Mundarten. Auch hier müssen einige Hinweise genügen.76

Der Sprachkomplex, den man als die neugriechische Sprache anzusprechen pflegt,geht in seiner rezenten Vielfalt über das Mittelgriechische( 550-1453) auf die Koine

74 Zur Definition dieser Begriffe und zu statistischen und demographischen Methoden all-gemein: R. König, Das Interview. Köln/ Opladen 1960. J. Pfanzag1, Allgemeine Metho-denlehre der Statistik 2 Bde., Berlin 1960/61. E. K. Scheu, Einige Probleme statistischer Ver-fahrensweisen(= Beiträge zu Gegenwartsproblemen der angewandten Statistik), Köln 1960 u. a.75 Daß das eine oder andere unwissentlich vernachlässigt wurde, liegt nicht nur in dermenschlichen Unvollkommenheit, sondern auch in den technischen und bibliographischen Schwie-rigkeiten der Quellensituation.

76 Für jede weiterführende Betrachtung sei auf Kapsomenos, 1958: 1 ff. verwiesen,wo außerordentlich reichhaltige Bibliographie zu allen angesprochenen Themenkreisen zu finden

ist.

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