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Brauchtumserscheinungen Glossar ::: zum Glossareintrag Brauchtumserscheinungen im griechischen Jahreslauf und ihre Beziehungen zum Volkstheater : theaterwissenschaftlich-volkskundliche Querschnittstudien zur südbalkan-mediterranen Volkskultur
Entstehung
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stituierung einer Struktur aus einer entwicklungsfähigen Kombination vorstrukturellerElemente über das Durchspielen einer Vielzahl von Possibilitäten der Elementensynthesebis zum Außer- Kraft- Treten der ersten Struktur durch die geglückte Neukombinationvon Erscheinungsmöglichkeiten ebendieser Struktur und der Konstituierung einer neuentragfähigen Elementenverbindung( Struktur). Diesem Prozeß ist im vorliegenden Falleprogressive Komplexität zugeordnet. Es handelt sich um die Struktur der zyklischenProzession mit ihrer Haupterscheinungsform im Sammelumzug, den experimentellenPhasen von Elementenkombinationen wie Aktion, Symbolgegenstand, Lied, Dialog, Ver-kleidung, Opfer usw., und der erfolgreichen Neufundierung der Struktur des interakti-ven realitätskonstituierenden Rollengeflechts durch das Zusammentreten von Aktion undMaskierung auf der Basis des Sammelumzugs, der in der Weiterentwicklung an Bedeu-tung zurücktritt. In der rezenten übernationalen Zivilisation ist er nur mehr bei Bettlernund Hausierern, Rotkreuzspendensammlungen, Briefträgern und Rauchfangkehrern( Neujahrsgeld) unter rein utilitaristischen Vorzeichen zu finden.

Dieses mehr oder minder abstrakte Subsumptionsverfahren impliziert das Verständ-nis von ,, Evolution" nicht in einer historisch- chronologischen Dimension als Sukzessions-prinzip faktischer Brauchvorkommen, sondern richtet Simultanerscheinungen nach einertheoretischen Kriterienachse aus. Die, Theatrogenese" hat Modellcharakter und stehtinsofern außerhalb des konkreten chronologischen Rasters, die Modellexemplifizierung( als reversive Darstellung des Arbeitsprozesses der Modellgewinnung) geschieht aber anhistorisch lokalisierbarem Kulturmaterial. Die methodische Effektivität ist kulturkon-textbezogen, eine weiterführende Brauchbarkeit ist in nachsetzenden Untersuchungen zuüberprüfen. Ob Theater demnach( im Europäischen Kulturraum) wirklich so entsteht,ist mit Gewißheit nicht zu sagen, wohl aber, daß Theater so entstehen kann und es imvorliegenden Fallmaterial mit einiger Wahrscheinlichkeit tut.

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Es geht also um den ersten Schritt zur Ausgrenzung eines Possibilitätsspielraumes,wie es das methodische Ziel einer Maximaldefinition nahelegt. Es geht nicht um dieVerfechtung einer einzig möglichen These, als deren Vertreter man dann gilt, sondernum die Ausarbeitung einer möglichen These( unter mehreren). Die vorschnelle Stand-punktbeziehung in einem komplexen Problembereich führt zwar zu effektvollen For-schungskontroversen, aber das emotionelle Element der Gelehrtenstreite verzögert auchden Erkennensprozeß und führt ihn auf Umwege. So können wie die Wissenschafts-geschichte zeigt- Denkmöglichkeiten für Jahrzehnte- auch jenseits der kulturhisto-risch bedingten Konstellationen, die manche Bewußtseinsräume für ganze Perioden ver-drängen blockieren. Im Falle einer komplexen Frage muß man auch mehrere Denk-möglichkeiten als Zugänge vertreten können( nicht Standpunkt", sondern ,, Standbe-reich"). Krampfhafter Ergebniszwang hat autoritäre Methodenpostulierung zur Folge.Einerseits fordert die Sachlage der vergleichenden Kulturwissenschaft Multivalenz dermethodischen Konzeptionen, andererseits strikte raumzeitliche Spezialisierung. Diese istjedoch nicht das Endziel, sondern nur Durchgangsstadium, die Analyse Vorstufe einerverantwortlichen Synthese. Die stagnierende Spezialisation ist bloß ein metaphysischüberhöhter Informationsvorsprung( Fachwissenschaft als Geheimwissenschaft) und

griff faßte. Auf die parareligiösen Wurzeln dieses Evolutionsbegriffes sei hier hingewiesen. Ergeht auf das Hegelsche Konzept der Phänomenologie des Geistes zurück, wo der Weltgeistim Hindurchgang durch die Welt sich in die Antithesen ausfaltet und in ihrer Überwindung zusich gelangt. In dieser Eschatologie hat- gemäß seinem Denkansatz- Hegel selbst durchdiese Erkenntnis des Geschichtsganges das Eschaton heimlich schon erreicht und die nachfolgendeWeltgeschichte ist nur mehr der Nachvollzug und Richtigkeitsbeweis dieses Denkaktes durch dieübrige Menschheit.- Das breite Echo auf die Evolutionskonzeption setzt allerdings erst mit demDarwinismus ein.

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