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Volkskultur : Mensch und Sachwelt ; Festschrift für Franz C. Lipp zum 65. Geburtstag
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Der Tanz im Salzkammergut

Von Karl Horak

Im Salzkammergut, einer der traditionsträchtigen Landschaften Österreichs,hat sich auch der überlieferte Tanz erhalten; er wird im Bereich der einheimischenBevölkerung ausgeübt und unterliegt dabei unbewußt einem langsamen Wandlungs-vorgang. Der Zusammenstoß mit den neuen Gesellschafts- und Modetänzen unddem Verschleiß durch den Fremdenverkehr hat ihn zwar der Ausschließlichkeit frü-herer Zeiten beraubt, ihn aber nicht dem Untergang ausgeliefert. Auf den für dietägliche Betreuung der Gäste, meist von den Fremdenverkehrsbetrieben organisier-ten Tanzveranstaltungen wird man die heimischen Tänze kaum finden.

Wie stark die Tradition in der ansässigen Bevölkerung wirksam ist, kann manam Beispiel Gipswerk Göẞl feststellen.

Als im Jahre 1950 rund 700 fremde Arbeiter zur Errichtung und zum Betrieb ei-nes Gips- Bergwerkes einströmten, standen sich diese und die Einheimischen fremdund abweisend gegenüber. Vom Werk veranstaltete und gern angenommene Volks-tanzkurse halfen mit, die Schranken zu überwinden und die zugewanderten Arbeitereinzugliedern.¹)

Historisch umfaßt das Salzkammergut nur das Einzugsgebiet der Traun vomGrundlsee bis Gmunden. Doch strahlten die volkskulturellen Eigentümlichkeitenauch in die Umgebung aus, in das Becken von Mitterndorf, in das Aberseegebietund in den Attergau bis zum Mondsee, sodaß auch diese Randgebiete einbezogenwerden müssen.²)

Während der steirische Anteil, das Ausseerland, dank der Arbeiten einiger For-scher als gut durchforscht gelten kann, läßt im übrigen und gebietsmäßig größerenTeil des Salzkammergutes die Forschungsdichte Wünsche offen.

Es zeigt sich wieder einmal mehr, daß im Schatten von altertümlichen und auf-fälligen Erscheinungen die kleinen und alltäglichen Formen weniger beachtet wer-den. Das Literaturverzeichnis am Schluß zeigt aber, daß immerhin schon wertvolleArbeit geleistet wurde, aus der man die Eigenart dieser Landschaft erkennen kann.Noch fehlt eine Zusammenschau, welche die Eigenart dieser Landschaft erkennenläẞßt.

Tanz im Brauch

In einigen Bräuchen des Jahres- und Lebenslaufes ist der Tanz ein fester Be-standteil, der manchmal alle anderen Brauchtumselemente Glossar ::: zum Glossareintrag  Brauchtumselemente überstrahlt. Träger desTanzes sind teils die Standesgemeinschaften der Bergleute und Schützen, teils dieKameradschaften der Burschen( und auch jungen Männer), um Gmunden noch,, Ruden", südlich aber ,, Passen" genannt.

Um Ebensee, nach Norden bis Gmunden und nach Süden bis Bad Ischl aus-strahlend, ist in der Nacht zum 6. Jänner das Glöcklerlaufen üblich. Von

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