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Volkskultur : Mensch und Sachwelt ; Festschrift für Franz C. Lipp zum 65. Geburtstag
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Von Jahrtagen und kleinen Festen

Eine Umschau im Volksleben traditioneller und neuerer Gemeinschaften

Von Rudolf Fochler

,, Der Berg prägt den Jäger, den Schützen, den Bergbauern, die Almerin, denHalter und schließlich, in neuerer Zeit, den Berggeher und Bergführer. Die allge-meinen Züge dieser, Bergstände' ließen sich wohl salzkammergutlerisch abwandeln.Sie sind verklärt von einem gewissen Nimbus, den ihnen die Phantasie des Städtersaber auch die Volksmeinung selbst verliehen hat. Gemeinsam ist ihnen, was der Bergerzieht: Ein erhöhtes Freiheitsgefühl, eine gewisse Nachdenklichkeit, die ebenso zurVerschlossenheit wie zur Innerlichkeit, ja mitunter zur Romantik neigt, Uner-schrockenheit und Selbstvertrauen. Diese Züge gehören wesentlich zum Bild desSalzkammergutlers." ¹)

In den mannigfaltigsten Zusammenhängen hat Franz C. Lipp immer wiederversucht, den ,, Salzkammergutlern" ins Herz zu schauen und aus Einzelzügen einGesamtbild vom Wesen jenes Menschenschlages zu malen, dem er selbst mit allenFasern angehört. Er kennt die Stärke und Vorzüge seiner engeren Landsleute undweiß um mancherlei Gefahr, die dieser, ihrem Wesen nach beinahe eigenständigenWelt droht. Immer wieder ist er in der beneidenswerten Lage treffsicher zu unter-scheiden, was im Volksleben seiner Welt zum ,, Wohle" des Fremdenverkehrs bloẞgespielt und was gelebt, erlebt oder auch aus Liebe und Achtung zur Überlieferung,, nacherlebt" wird.²)

Dem Schreiber des vorliegenden Beitrages geht es deshalb um eine, wenn auchnur äußerst knapp zu bemessende Umschau unter ein paar volkstümlich wahr-genommene Anlässen, die als ,, Feste kleiner Leute❝3) alle Kennzeichen eines über-lieferten oder sich gerade entwickelnden Brauches tragen. Obendrein sind sie vondem sonst alles erfassenden Folklorismus noch verschont geblieben.

Legt man sich eine Liste der im Ischlland bräuchlich begangenen Termine an,dann ist daran unschwer zu erkennen, daß es der Herbst ist, in dem das Volkslebeneinerseits durch die Häufigkeit der Termine, andererseits durch Eigenart und Innig-keit der Abhaltung merklich hervortritt.

In den Bräuchen dieses Zeitraumes offenbaren sich gleichsam die sie tragendenGemeinschaften in einem Maße, wie es in anderen Fällen des Jahresablaufes kaumzu beobachten ist. Von ein paar Ausnahmen abgesehen, haben zum Beispiel Mühl-viertel oder Innviertel kein so prägnantes Herbstbrauchtum Glossar ::: zum Glossareintrag  Herbstbrauchtum, wie es im Ischlland ver-merkt werden kann. Das einstmals allerdings auch dort reiche, an Ernte und Herbst-anfang gebundene Brauchtum Glossar ::: zum Glossareintrag  Brauchtum ist so gut wie geschwunden; bestenfalls noch als ,, hi-storisches Brauchtum Glossar ::: zum Glossareintrag  Brauchtum" bekannt, also Erinnerungen ,, die man jetzt durchwegs nurmehr als ein fast museales Schaustück auf den Heimattagen und Dorfabenden auf-führt.❝4)

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