kann mit Gewißheit annehmen, daß die Burgenländischen Kroateneine" Kirchenautonomie"( 3)( vielleicht nur im beschränktem Maße)besaßen, das heißt sie durften ihre Priester selbst wählen, wasden Deutschen und Ungarn dieses Gebietes nicht gestattet war.Ihre diesbezüglichen Privilegien versuchten sie auch vor den kaiser-lichen Kommissären in Eisenstadt im Jahre 1568 zu verteidigen.( 4)Daß diese starke, durch Jahrhunderte zusammengeschweißte Einheitdurch den Protestantismus schwer zu sprengen war, ist heute ein-leuchtend. In den gängigsten Untersuchungen von Josef Rittsteuer,Martin Mersich jun., Bernhard E. Zimmermann und Fred Sinowatzwird auf jeden Fall behauptet, daß die Kroaten in der Verteidigungihrer christlich- katholischen Religion sehr hartnäckig und aus-dauernd waren. Selbstverständlich gab es Versuche, die Kroatenfür die neue Religion zu gewinnen, es gab sogar bei ihnen schwereEinbrüche. Auch die ersten literarischen Erfolge, die" Hauspostille"von Stefan Konzul und die" Geistlichen Lieder" von Mekinich- Py-thiraeus sind in Verbindung mit der neuen Glaubensbewegung zubringen.( 5) Ergänzend muß dazu gesagt werden, daß die prote-stantische Bewegung auch die erste große Assimilierungswelle mitsich gebracht hat. Betroffen waren vor allem die kroatischen Min-derheitsgemeinden. Die religiöse Duldung war keine Stärke desJahrhunderts.
Die religiöse Begeisterung und Beharrlichkeit der Kroaten kamin der Periode des Barocks voll zur Entfaltung. Die Gegenrefor-mation- ledig der deutschen und ungarischen Unterstützung bin-det die Kroaten voll in diese großartige Bewegung ein, ja dieKroaten bilden die Hauptstützen der Gegenreformation. Den Kroa-ten, die zum größten Teil Hörige waren, damit keine finanziellenMittel für das Studium ihrer Kinder hatten, wird daher großzü-gigst die Möglichkeit Theologie zu studieren geboten. Und die
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