Hl. Johann im Jahre 1546 und vier im Jahre 1547 zur Zeit ihrer Namenstage gewidmet.Zwischen Maria Himmelfahrt( 15. August) und Maria Geburt( 8. September) wurdensechs Gruben der Name„ Unser Lieben Frau" gegeben. 1547 wurden zwischen dem14. und 23. April sechs Gruben St. Georg genannt. Meistens wurden die nach Heiligenoder sakralen Ereignissen benannten Bergwerke in der Woche vor dem einschlägigenFeiertag so genannt. 46 Es klingen daher Fortunat Kramers ,, Fortunates Säckl" oderSebastian Unverdorbens„ Unverdorbene Grube" wie launenhaftes Spiel. ValentinLechner war am schöpferreichsten: Er nannte einen Stollen dramatisch ,, all( er) TeufelHerr" und einen anderen lyrisch„ goldene Rose". Zwei Jahre später allerdings begnügteauch er sich damit, einen alten verlassenen Bergbau ohne Namensänderung bei,, St. Christoph" bleiben zu lassen. 47 Eines der älteren Bergwerke hieß„, Saturnus",nach jenem Planeten, dem die Alchemisten das Blei zugeschrieben haben. 48 Laut Ge-richtsbuch wurden Bergwerke am häufigsten unser fraw( 120 mal) gewidmet. Von denmännlichen Heiligen, nach denen Gruben benannt wurden, waren St. Georg( 48),St. Johann( 44) und St. Christoph( 41) im Vortreffen. Es überrascht weder, daß an derSpitze der weiblichen Schutzpatroninnen die Hl. Barbara( 27), gefolgt von St. Katha-rina( 24) und St. Anna( 17), steht, noch daß unser Jubilar im Laufe der Zeit derHl. Barbara öfters seine Aufmerksamkeit zugewendet hat. 49
Das Berggerichtsbuch verzeichnet sorgfältig die Schulden, die Bleiberger Bergwerks-angehörige untereinander und bei Villacher Bürgern und anderen gemacht haben.Manchmal mußte das Haus des Schuldners, manchmal mit Garten und anderen Reali-täten oder Bergwerksanteilen als Bürgschaft verschrieben werden. Die Zeit der Rück-zahlung schwankte von zwei Monaten bis zu mehreren Jahren; manchmal wurde garkein Termin gesetzt. In keinem Fall schien mit einem Darlehen eine Verzinsung verbun-den gewesen sein. Das Haus, welches Andre und Madalene Goldsing dem Hans Leiterfür ein Darlehen von 50 Gulden am 6. Mai 1551 verbürgten, wurde erst zwölf Jahrespäter von ihrem Sohn Sebastian( mit Hilfe von Florian Sturm) eingelöst wie einespätere Eintragung des Bergrichters Bartlme Göbl am 17. August 1563 in das Gerichts-buch darlegt. Auf ähnliche Weise bezahlte der Erzknappe Andre Räbl dem GewerkenValentin Perntatz nach etwa zweieinhalb Jahren ein auf unbestimmte Länge aufge-nommenes Darlehen von 15 fl 6 s 18 d und löste so sein auf Kaution gestelltes Haus wiederein. 50
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Die Höhe der Schulden schwankte in diesem Zeitabschnitt von 3 fl 3 s- d bis zu168 Gulden. Der Zweck der Schuldenaufnahme ist manchmal spezifisch- zum Erhaltvon Bergwerksanteilen oder zum Hausbau meist aber nur allgemein, als notwendigangegeben. Zu den geringeren Schuldnern gehörte z. B. Sebastian( Wastl, Vestl) Strauss,Erzknappe und 1547 Lehenshauer in der St. Barbaragrube beim Hlg. Geist am Alten-bühel, der zu grosser meiner notturft par furgestreckht bekommen hat: 5 fl 6 s- d aufacht Monate am 7. Dezember 1548 vom Sigmund Puchler und am nächsten Tag neunGulden auf ein halbes Jahr vom Villacher Bürger Hans Weillandt. Beiden Kreditoren
48 Siehe Czuray, E. J.: Die alten Kärntner Bergmannsfeiertage. In: der Anschnitt 24/5( 1972), S. 19-21.47 KLA, Ainichhofer Gerichtsbuch: fol.[ 28], 30, 162.
48 Siehe darüber Kirnbauer, Franz: Speculum metallorum 1575. Wien 1961( LeobenerGrüne Hefte 50), S. 22, 29 und Abb. S. 23 und 27.
49 Kirnbauer, Franz: St. Barbara in der Kunst. Wien 1952( Leobener Grüne Hefte 6).- Derselbe: Lob auf St. Barbara. Wien 1957( Leobener Grüne Hefte 30).- Derselbe:Bergmännisches Brauchtum Glossar ::: zum Glossareintrag Brauchtum. Wien 1958( Leobener Grüne Hefte 36, Sonderband), S. 165–177.—Derselbe: Beispiel einer Forschungsarbeit aus dem Leobener Arbeitskreis: St. Barbara alsSchutzpatronin der Bergleute und Artilleristen. In: Fünfundzwanzig Jahre Leobener Arbeitskreis,Festschrift 1949-1974( Wien 1974), S. 40-46.
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50 KLA, Ainichhofer Gerichtsbuch: fol. 134v, 178.