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SICHELGESTALTENDES VOLKSGLAUBENS
P
MANNLICHE
WEIBLICHE
SICHELHEILIGEMANNLICKE
O WEIBLICHS
TIERISCHE S.G.
PPP
Schmidt
A. Sichelgestalten
Sichelglaube und Sichelbrauch haben das altheilige Ernteschnittgerät ineiner Weise lebendig gezeigt, daß eine tatsächliche Verlebendigung in derArt, daß sicheltragende, sichelführende Gestalten geglaubt, erzählt und ge-bildet werden, sehr nahe liegt. Soweit sich im europäisch- vorderasiatischenBereich derartige Erscheinungen überhaupt überblicken lassen, hat es der-artige Gestalten auch gegeben. Anscheinend seit dem Neolithikum bereits,und wenn nicht alles trügt, so tragen die ältesten derartigen Gestalten sogarnoch Steinsicheln. Zumindest scheinen in den Überlieferungen von gezähntenSicheln derartige neolithische Traditionen nachzuwirken. Das heißt, daß wirdamit seit dem Beginn des Getreidebaues, seit dem Beginn des Bauerntumszu rechnen haben 479). Man wird daher nicht erwarten dürfen, hier etwa,, primitive Glossar ::: zum Glossareintrag primitive" Erzählungen und Bildvorstellungen zu finden. So stark mensch-lich, besonders geschlechtlich, derartige Vorstellungen gebunden sind, dieVielfalt der Kulturschichten, welche sie hervorgebracht und überliefert haben,diese Vielfalt gestattet keine einfachen„ urverbundenen" Erscheinungen,sondern nur einen dauernden Wechsel innerhalb der beobachtbaren Zeit-räume, und mit einer ganz ungenügenden Einblicksmöglichkeit in die nichtbeobachtbaren. Schon die Frage, ob theriomorphe Vorstellungen hier denanthropomorphen vorausgegangen seien, versucht ein Schema in das Tat-sachenmaterial hineinzulegen, das nach unserer jetzigen Kenntnis nicht mehrberechtigt ist. Jene gewisse Gleichförmigkeit großer einfacher Gegenständein einer ganzen Periode der Menschheitsgeschichte, wie es die des Bauern-tums vom Neolithikum bis zur Gegenwart darstellt, berechtigt zu keinenderartigen Folgerungen. Wir können nur die Anstöße der jeweiligen Ge-staltungen nachzuweisen versuchen.
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