SENSEN~SCHEIDEN
SENSENSCHEIDEN
SICHEL-SCHEIDEN
Schmidt
C. Sichel- und Sensenscheiden
Manche Volkskulturlandschaften Europas legen mehr Wert auf die Be-wahrung der Klingen ihrer Ernteschnittgeräte als die anderen. Sie verwah-ren sie in eigenen Scheiden, wie dies sonst bei anderen Schneideinstrumentenund besonders bei Waffen üblich ist 428). Der Gebrauch dieser Scheiden fürSichel- und Sensenklingen scheint heute auf wenige Kleinlandschaften Euro-pas beschränkt zu sein, allerdings auf Landschaften von ausgeprägter Eigen-art ihrer Volkskultur. Geschichtliche Nachrichten über diese Scheiden, dieüber das 18. Jahrhundert zurückreichen, scheinen einstweilen noch zu fehlen.Auffallend ist jedenfalls die Erscheinung, daß der Großteil dieser Scheidenschlichte Hilfsgeräte darstellt, während eine einzige Gegend, nämlich dasnördliche Südtirol, seinen Sensenscheiden volle volkskünstlerische Aufmerk-samkeit gewidmet hat. Dies mag auch eine gewisse Berechtigung dafürgeben, den Zusammenhängen dieser Gerätetype gerade mit Berücksichtigungder Südtiroler Sensenscheiden nachzugehen. Es kommt dazu, daß das Museumfür Volkskunde in Wien einen reichen Bestand an ausgezeichneten Stückenvon Sensenscheiden aus Südtirol verwahrt, die ein besonders eingehendesStudium ermöglichten. Es wurden jedoch auch die anderen Musealbestände,insbesondere die schönen Stücke im Tiroler Volkskunstmuseum in Innsbruckherangezogen 429), um diese bisher nur wenig beachteten und zum Teil wohlauch nicht ganz richtig beurteilten Geräte umfassender untersuchen zukönnen. Ihre Hauptwichtigkeit im Zusammenhang dieser Studien erhaltensie freilich erst, wenn man sie mit ihren Gegenstücken, den Sichelscheiden,zusammen betrachtet.
I. Sichelscheiden
Schutzgeräte für die Sichel in Scheidenform scheint es nur in dem ver-hältnismäßig eng begrenzten, staatlich getrennten, volkskulturell aber nahe
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