DENGELHAMMER
GERUNDET
KANTIG
Schmidt
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II. Dengelgeräte
Dem Geraderichten der weicheisernen Schnittgeräte im Osten entsprichtin Mitteleuropa und weit darüber hinaus das Geradeklopfen der gehärtetenSchneiden von Sicheln und Sensen. Dieses Geradeklopfen lehnt sich der Tech-nik nach an das Schmieden an und bedient sich daher auch der Schmiede-werkzeuge, nämlich Hammer und Amboẞ. Von dem Hauptgerät, dem Ham-mer, schreibt sich daher auch der verbreitetste Name dieses Verfahrens her,das„ Dengeln", das nur das Hämmern mit dem ahd. tangol, dem Hammerbedeutet, vermutlich frequentativ verstanden, nämlich zu einem einfachenahd.* tingan schlagen, mhd. tengen als Form der Wiederholung: mhd.tengeln hämmern. Das Gewicht liegt also auf dem ausführenden Gerät,dem Dengelhammer. Wie im nachfolgenden zu zeigen sein wird, paẞt diesesprachliche Sinngebung zum Dengeln der Sichel. Die niederdeutschen Gegen-stücke, welche etwa ab der Mainlinie nach Norden zu Dengeln ablösen, habendamit nichts zu tun. Das„, Haren",„ horen" usw. bezieht sich nicht auf dasGerät, sondern auf das Ziel des Verfahrens, das Gewinnen der Schärfe desSchnittgerätes. Sie gruppieren sich alle um mnd., mhd. hare scharf, undlauten demgemäß mnd., mnl. haren dengeln. Mundartlich meist ndd. horen,dazu Horhammer, Hornhammer Dengelhammer, beispielsweise in derLüneburger Heide. Dieses horen dengeln ist auf kein Schnittgerät ein-geschränkt oder ursprünglich bezogen. Es scheint jedoch besonders für dieSense verwendet zu werden 246).
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Da das sprachliche Hauptgewicht auf dem Dengelhammer liegt, ist seineGestaltgebung auch sachlich in den Vordergrund zu stellen. Die Dengel-hämmer sind bisher von der volkskundlichen Sachsammlung nur wenigbeachtet worden, ein Überblick ist daher kaum zu gewinnen. Zudem beherr-
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