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Ethnographie ohne Grenzen : Galizien in den Sammlungen des Österreichischen Museums für Volkskunde ; [Begleitveröffentlichung zur Ausstellung "Galizien. Ethnographische Erkundung bei den Bojken und Huzulen in den Karpaten" im Ethnographischen Museum Schloß Kittsee vom 6. Juni bis 2. November 1998 ; österreichische Beiträge des Symposions " Ethnographie ohne Grenzen ; die Anfänge der volkskundlichen Sammlung und Forschung in den Karpatenländern in ihrem zeitgenössischen Kontext und ihre Bedeutung für heute", vom 12. bis 13. November 1996 in Lemberg, Ukraine]
Entstehung
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1997, Heft 4

Die Galiziensammlung des ÖMV

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Aus der Sammeltätigkeit von Wladimir Szuchiewicz finden sichauch etwa 200,, ruthenische" Ostereier. Diese Herkunftsbezeichnungentspricht nicht der heutigen Terminologie und wird von ukrainischenEthnologen heftig abgelehnt; ihre Verwendung richtet sich nach denOriginaleintragungen in den Inventarbüchern und sollte bei einerNachinventarisierung durch eine adäquate Bezeichnung ergänzt wer-

den.

Die Galiziensammlung entstand vornehmlich aus Aufsammlungenund Erwerbungen von in den jeweiligen Regionen lebenden Perso-nen; einzelne fungierten gleichsam als Händler und Vermittler: Sieschickten kleinere Lieferungen, manchmal weniger als zehn Objekte,die sie in Kommission übernommen hatten, nach Wien ins Museum,oftmals mit der dringenden Bitte an die Direktion um baldige Bezah-lung begleitet( vgl. Abb.). Der Transport erfolgte mit Bahnpost inKisten. Dies könnte das auffällige Fehlen von Objekten größererDimensionen( Schlitten, Möbel) erklären. Die Namen der Sammlererscheinen zur selben Zeit auch in der Zeitschrift, wo sie als Autorenihre Sammlungsbestände bearbeiten und kommentieren. Das Materi-al und seine zeitgleiche wissenschaftliche Aufarbeitung läßt die Ga-liziensammlung daher zeitlich und inhaltlich äußerst dicht und kom-primiert erscheinen. Das Netz der Verbindungen zwischen Museum( Sammlung), Zeitschrift und Verein, wo die genannten Personen auchals Mitglieder auftreten, war in sich geschlossen und vermittelt demheutigen Betrachter ein abgerundetes Bild einer Epoche ethnographi-scher Forschung, die ihrerseits in einem größeren Zusammenhanggesehen werden muß.

Galizien war kaum 150 Jahre österreichisches Kronland, einevergleichsweise kurze Epoche, die für das Land wesentliche Verän-derungen mit sich brachte. Wohl blieb es auch in dieser Zeit mit derBukowina das rückständigste Kronland, erfuhr aber bedeutende zivi-lisatorische Verbesserungen im Bereich des Kommunalwesens undder Infrastruktur. Diese ,, westlichen" Strukturen ermöglichten einer-seits eine ständige Kommunikation mit der Hauptstadt Wien, ande-rerseits die Herausbildung einer eigenen geistigen und politischenElite, die in den städtischen Zentren Galiziens( Lemberg, Krakau)ebenso tätig war wie in Wien.

Das Ende der österr.- ungarischen Monarchie führte auch zumAbbruch der bisherigen offensiven Sammeltätigkeit in Galizien. Derhistorische Bestand wurde in späteren Jahren durch Ankäufe und