Druckschrift 
Ethnographie ohne Grenzen : Galizien in den Sammlungen des Österreichischen Museums für Volkskunde ; [Begleitveröffentlichung zur Ausstellung "Galizien. Ethnographische Erkundung bei den Bojken und Huzulen in den Karpaten" im Ethnographischen Museum Schloß Kittsee vom 6. Juni bis 2. November 1998 ; österreichische Beiträge des Symposions " Ethnographie ohne Grenzen ; die Anfänge der volkskundlichen Sammlung und Forschung in den Karpatenländern in ihrem zeitgenössischen Kontext und ihre Bedeutung für heute", vom 12. bis 13. November 1996 in Lemberg, Ukraine]
Entstehung
Seite
513
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Österreichische Zeitschrift für Volkskunde Band LI/ 100, Wien 1997, 513-522

Die Galiziensammlung

des Österreichischen Museums für Volkskunde

Barbara Tobler

Das Kronland Galizien gehörte zu den Ländern der österrei-chischen Reichshälfte der österreichisch- ungarischen Monar-chie, die gemäß der Bestimmung des 1895 gegründeten ,, Mu-seums für österreichische Volkskunde zu dessen Forschungs-und Erwerbungsgebieten zählten.

Textilien bilden- nach Materialgruppen aufgeschlüsseltden größten Bestand der Sammlung, gefolgt von Gegenstän-den aus den Bereichen Holz, Keramik, Ostereier, Schmuck,Stein, Graphik und Metall. Das Museum stand in den erstenJahrzehnten seines Bestehens in regem Kontakt mit galizi-schen Sammlern, die im Auftrage der Direktion Objekte er-warben und nach Wien schickten. Die Sammlung bietet Ver-gleichsmaterial zur Hirtenkultur( Huzulen), zur Untersuchungländlicher Berufe und Handwerke, zur Textilforschung, Reli-gionsvolkskunde sowie zur Haus- und Geräteforschung.Mit dem Zerfall der Monarchie riß auch die gezielte Erwer-bungstätigkeit des Museums im ehemaligen Kronland Galizi-en ab. Spätere Erwerbungen und Nachsammlungen sind auchunter dem Gesichtspunkt ethnographischer Forschungen inden Nachfolgestaaten zu sehen.

Das Kronland Galizien gehörte zu den Ländern der österreichischenReichshälfte der österreichisch- ungarischen Monarchie, die gemäßder Bestimmung des 1895 gegründeten ,, Museums für österreichi-sche Volkskunde" zu dessen Forschungs- und Erwerbungsgebietenzählten. So findet sich bereits im ersten Jahrgang der ab demselbenJahr erscheinenden ,, Zeitschrift für österreichische Volkskunde einAufsatz von Luise Schinnerer über die Herstellung von teppicharti-gen Handschuhen und Fäustlingen in Ostgalizien. Schinnerer schenk-te die darin erwähnten und beschriebenen Objekte dem Museum, wosie unter den Inventarnummern 2.351, 2.352 und 2.353 den Beginnder Galiziensammlung markieren.