Druckschrift 
Ethnographie ohne Grenzen : Galizien in den Sammlungen des Österreichischen Museums für Volkskunde ; [Begleitveröffentlichung zur Ausstellung "Galizien. Ethnographische Erkundung bei den Bojken und Huzulen in den Karpaten" im Ethnographischen Museum Schloß Kittsee vom 6. Juni bis 2. November 1998 ; österreichische Beiträge des Symposions " Ethnographie ohne Grenzen ; die Anfänge der volkskundlichen Sammlung und Forschung in den Karpatenländern in ihrem zeitgenössischen Kontext und ihre Bedeutung für heute", vom 12. bis 13. November 1996 in Lemberg, Ukraine]
Entstehung
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1997, Heft 4

Lemberg- Wien und zurück

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haupt- und Residenzstadt geworden ist. Es ist dies das Museum für öster-reichische Volkskunde, welches Ew. Majestät am 2. April 1897 mit Aller-höchst Ihrem Besuch auszuzeichnen und über welches Ew. Majestät dieAllerhöchste Anerkennung huldvollst auszusprechen

geruhten.

Seit mehr als zwei Jahren der Öffentlichkeit zugänglich gemacht, ist diesesMuseum mit einem Sammlungsbestand von rund 12.000 volkskundlichen Ge-genständen, durch welche die ethnographische Eigenart sämmtlicher österrei-chischer Völkerstämme wenigstens andeutungsweise dargestellt erscheint, weitüber den Rahmen einer freiwilligen Vereinsthätigkeit hinausgewachsen.Die materiellen Hilfsquellen, welche sich unserm Verein, für seine patriotischenBestrebungen, eröffneten, sind nunmehr fast erschöpft, und weder für diegesicherte Erhaltung des Museums auf seiner jetzigen, schwer genug erreichtenHöhe, geschweige denn für die Weiterentwicklung dieses gemeinnützigen Insti-tutes können irgendwelche beruhigende Garantien gefunden werden.Gestützt auf die im Museum für österreichische Volkskunde erreichten Er-folge unserer Vereinsthätigkeit vermöchte die hohe k.k. österreichische Re-gierung Ew. Majestät, wie in der anverwahrten Denkschrift ausgeführterscheint, mit verhältnismäßig sehr geringfügigen Mitteln durch die Errei-chung eines staatlichen österreichischen Völkermuseums eine Schöpfungin's Leben zu rufen, welche erstens eminent im österreichischen Staatsge-danken gelegen wäre, und mit welcher zweitens einer Culturaufgabe ent-sprochen würde, der die meisten europäischen Culturstaaten, wie auch dieandere Reichshälfte bereits in großartiger Weise und mit dem Aufwand sehrbedeutender Mittel nachgekommen sind.

Die allerunterthänigste Vereinsleitung wagt es nun, durchdrungen von derpatriotischen Überzeugung, wie segensreich eine derartige entsprechendeSchöpfung in unserm Vaterlande wirken könnte;

angesichts der außerordentlich weitgediehenen Vorarbeiten zu einer solchenGründung, wie sie im Museum für öst. Volkskunde niedergelegt sind;angesichts der ohnedies bestehenden Dringlichkeit, diesem Institut die ver-diente staatliche Hilfe in vermehrtem Maaße zu bringen;

endlich angesichts der Unaufschiebbarkeit energischen Eingreifens, wenndie Aufgabe eines österreichischen Völkermuseums gegenüber dem rapidenVerschwinden der volksthümlichen Objecte überhaupt gelöst werden soll-Ew. Kaiserlichen und Königlichen Apostolischen Majestät in tiefster Ehr-furcht

die Allerunterthänigste Bitte zu unterbreiten, Ew. Majestät wollen Allergnä-digst

geruhen, die

Verstaatlichung des Museums für österreichische Volkskunde in Wienanzuordnen.