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Ethnographie ohne Grenzen : Galizien in den Sammlungen des Österreichischen Museums für Volkskunde ; [Begleitveröffentlichung zur Ausstellung "Galizien. Ethnographische Erkundung bei den Bojken und Huzulen in den Karpaten" im Ethnographischen Museum Schloß Kittsee vom 6. Juni bis 2. November 1998 ; österreichische Beiträge des Symposions " Ethnographie ohne Grenzen ; die Anfänge der volkskundlichen Sammlung und Forschung in den Karpatenländern in ihrem zeitgenössischen Kontext und ihre Bedeutung für heute", vom 12. bis 13. November 1996 in Lemberg, Ukraine]
Entstehung
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Klaus Beitl

ÖZV LI/ 100

risch- politischer und nicht ethnographischer Begriff längst obsoletgeworden, auch wenn Arthur Haberlandt bei seinem großen Versucheiner stofflichen Synthese des vorangegangenen Zeitabschnitts derVolkskunde sich in seinem Gesamtüberblick ,, Die volkstümlicheKultur Europas in ihrer geschichtlichen Entwicklung 21 im wesentli-chen noch auf diese Materialbasis stützen konnte. Spätestens nachdem Zweiten Weltkrieg mußten jedoch im Zuge der Neuaufstellungder Schausammlung die Kollektionen aus den Nachfolgestaaten derMonarchie nicht zuletzt auch aus zwingenden räumlichen Grün-den- eingezogen und magaziniert werden. Einschließlich der inzwi-schen historisch gewordenen Galizien- Sammlung ist die solcher-maẞen ,, unsichtbare Ostabteilung des Museums der Öffentlichkeitfast zwei Jahrzehnte hindurch vorenthalten geblieben.

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Die mit den frühen siebziger Jahren- zugleich mit dem Beginn dervierten 25 Jahre der Museumsgeschichte- einsetzende wirtschaftli-che Erholung Österreichs von den Kriegs- und Nachkriegsfolgenermöglichte es dem Österreichischen Museum für Volkskunde inWien, die räumliche Ausgliederung der rund 20.000 Inventarnum-mern umfassenden ost- und südosteuropäischen Sammlungen in dasneugegründete, dezentrale, mit dem Stammhaus in Wien jedoch wei-terhin verbundene Ethnographische Museum im Barockschloß Kitt-see zu bewerkstelligen. Durch die Lage des ehemals im Besitz derFamilien Esterházy und- späterhin- Batthyány befindlichen Land-schlosses an der Dreiländerecke zwischen Österreich, Ungarn und derSlowakei war das seit 1972/73 tätige Ethnographische Museum dazuberufen, von Österreich aus als kulturelles ,, Fenster nach dem Ostenund Südosten Europas zu wirken und nach der Öffnung der Gren-zen im Zuge der Europäischen Wende von 1989/1990- vollends zueinem Ort grenzüberschreitenden regionalen und internationalenfachlichen Austauschs zu werden. Das gewissermaßen über Jahrzehn-te hinweg ,, ruhende Kapital der österreichischen Ost- und Südost-europa- Kollektionen des Österreichischen Museums für Volkskundein Wien hat mit dem Bestehen des Ethnographischen MuseumsSchloß Kittsee also eine neuerlich bedeutende Aufwertung erfahren.22

21 Haberlandt, Arthur: Die volkstümliche Kultur Europas in ihrer geschichtlichenEntwicklung.( Illustrierte Völkerkunde, hg. von Georg Buschan, Band II,Zweiter Teil). Stuttgart 1926. S. 305- 658.

22 Beitl, Klaus, Felix Schneeweis: Das Ethnographische Museum Schloß Kittsee(=Österreichs Museen stellen sich vor, Folge 13). Wien 1980, S. 31- 38.