1997, Heft 4
Lemberg Wien und zurück
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formierenden institutionellen und persönlichen Netzwerks gelang esdem Wiener Museum für österreichische Volkskunde, seine Samm-lung galizischer Ethnographica( Gegenstände, Bild- und Photodoku-mentation, Druckwerke) aufzubauen, worüber im Verlauf diesesSymposions eigens berichtet wird.
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Die durchaus intensiven Bemühungen von Michael Haberlandt umdas Zustandekommen einer repräsentativen ethnographischen Kol-lektion aus Galizien fanden indes nicht unbedingt die erwarteteAnerkennung. In einer Intervention der Galizischen Liga für Industrieund Gewerbe in Lemberg 1910 bei zugleich zwei Wiener Ministeri-en für Handel auf der einen und für Cultus und Unterricht auf deranderen Seite wurde vielmehr der Vorwurf erhoben, daß die galizi-sche Ethnographie und Volkskunst im Wiener Museum ungenügendvertreten sei, was Michael Haberlandt zu einem ausführlichen Re-skript, das handschriftlich gleichfalls im Österreichischen Staatsar-chiv aufbewahrt wird, veranlaßt hat. 13 Es wird darin ausgeführt, daß,, ohne die vielfach und oft erbetene Unterstützung der galizischenFachkreise" ca. 1200 Objekte( eingerechnet die mehrere hundertStücke zählende Ostereiersammlung) aus verschiedenen galizischenLandesteilen zusammengebracht werden konnten ,,, darunter 18 voll-ständige Volkskostüme aus Zakopane, Krakau, Ostschlesien( Wasser-polen) und Ostgalizien sowie zahlreiche Textilien, Stickereien, Kera-miken und Hausindustriegegenstände“. Michael Haberlandt resü-miert deshalb: ,, Der Vorwurf, daß das Museum für österreichischeVolkskunde die galizische Hausindustrie und Volkskunst nicht genü-gend berücksichtige, ist daher ganz und gar unbegründet. Es muß imGegenteil die berechtigte Klage erhoben werden, daß diejenigengalizischen Kreise, die ein Interesse daran nehmen sollten, trotzvielfältigster Bitten und Anregungen der Museumsdirektion sich nurin seltensten Fällen bemühten, dem Museum in Wien eine angemes-sene Vertretung ihres interessanten Heimatgebietes zu ermöglichen."Zur Erhärtung des Gesagten folgt eine ,, Liste der Korporationen undPersönlichkeiten in Galizien, an die sich die Museumsdirektion- nurin Ausnahmefällen mit Erfolg- im Laufe der Jahre gewendet hat“.Es finden sich dort 24 Nennungen, die hier in diesem im Annex
gical Society. In: Lud. Organ polskiego towarzystwa ludoznawczego/ The Journalof the Polish Ethnological Society, vol. LXXIX, 1995: Special Issue on theCentennial of the Polish Ethnological Society and the Journal ,, Lud", S. 9 – 19.13 Österreichisches Staatsarchiv( wie Anm. 8): 1910, Nr. 23990, vom 4. Juni 1910.