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Ethnographie ohne Grenzen : Galizien in den Sammlungen des Österreichischen Museums für Volkskunde ; [Begleitveröffentlichung zur Ausstellung "Galizien. Ethnographische Erkundung bei den Bojken und Huzulen in den Karpaten" im Ethnographischen Museum Schloß Kittsee vom 6. Juni bis 2. November 1998 ; österreichische Beiträge des Symposions " Ethnographie ohne Grenzen ; die Anfänge der volkskundlichen Sammlung und Forschung in den Karpatenländern in ihrem zeitgenössischen Kontext und ihre Bedeutung für heute", vom 12. bis 13. November 1996 in Lemberg, Ukraine]
Entstehung
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1997, Heft 4

Lemberg- Wien und zurück

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Volkskunst seiner Tage besaß.8 Einen wesentlichen Fortschritt diesesSerienwerkes bedeutete die Tatsache, daß hier in Österreich erstmaligder aus dem romantisch- biedermeierlichen Erzherzog- Johann- Kreisüberkommene Ausdruck ,, Volkskunde" offiziell für jene Teile derLandesbeschreibung verwendet wurde, die auch heute noch so be-nannt werden. Mit dem Kronprinzenwerk wurde in Österreich dieeigentlich öffentliche Anerkennung des Begriffes und des Wissen-schaftszweiges Volkskunde vollzogen.

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In welchem Ausmaß das Kronprinzenwerk für die Anerkennungder Volkskunde als fortan selbständige wissenschaftliche Disziplinvon Bedeutung war, läßt eine im Österreichischen Staatsarchiv ver-wahrte Eingabe an ,, Seine kaiserlich und königliche ApostolischeMajestät Franz Josef I., Kaiser von Österreich, König von Ungarn etc.etc." erkennen, in welcher ,, Das allerunterthänigste Praesidium desVereins für österreichische Volkskunde in Wien... in tiefster Ehr-furcht um die Verstaatlichung des Museums für österreichischeVolkskunde" bittet. 10 Nach seiner Gründung als Vereinsmuseum imJahr 1895 sollte der Status eines staatlichen österreichischen Völker-museums bewirkt werden, der freilich damals wie übrigens bisheute dem Museum versagt geblieben ist. Als Begründung desBegehrens wurde angeführt, daß eine solche Maßnahme erstenseminent im österreichischen Staatsgedanken gelegen wäre" und ,, mitwelcher zweitens einer Culturaufgabe entsprochen würde, der diemeisten europäischen Culturstaaten, wie auch die andere Reichshälf-te[ Néprajzi múzeum, Budapest 1874; Anm. d. Verf.] bereits ingroßartiger Weise und mit dem Aufwand sehr bedeutender Mittelnachgekommen sind. Bekräftigt wird das an den Kaiser höchstper-sönlich gerichtete offizielle Ansuchen mit dem in unserem Zusam-menhang relevanten Argument: ,, Es ist ein ideales Vermächtniß wei-land Seiner Kaiserlichen und Königlichen Hoheit, des höchstseligenKronprinzen Rudolf, welches die allerunterthänigst gefertigte Ver-einsleitung mit der Begründung eines Reichsmuseums für österrei-chische Volkskunde von der Huld Ew. Majestät erfleht. Ein solchesMuseum würde das dauernde Erbe des unmittelbar vor seinem Ab-

8 Mailler, Hermann: Schrammel- Quartett. Ein Buch von vier Wiener Musikanten.Wien 1943, S. 146 ff.( Zitiert nach: Schmidt, Leopold[ wie Anm. 5], S. 109).9 Schmidt( wie Anm. 5), S. 109- 110.

10 Österreichisches Staatsarchiv: Allgemeines Verwaltungsarchiv k.k. Ministeri-um für Cultur und Unterricht, 1899, Nr. 31968. Siehe: Anhang 1.