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Ethnographie ohne Grenzen : Galizien in den Sammlungen des Österreichischen Museums für Volkskunde ; [Begleitveröffentlichung zur Ausstellung "Galizien. Ethnographische Erkundung bei den Bojken und Huzulen in den Karpaten" im Ethnographischen Museum Schloß Kittsee vom 6. Juni bis 2. November 1998 ; österreichische Beiträge des Symposions " Ethnographie ohne Grenzen ; die Anfänge der volkskundlichen Sammlung und Forschung in den Karpatenländern in ihrem zeitgenössischen Kontext und ihre Bedeutung für heute", vom 12. bis 13. November 1996 in Lemberg, Ukraine]
Entstehung
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1997, Heft 4

Lemberg Wien und zurück

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wissenschaftsgeschichtliche Reminiszenz aufgreifen, sondern aucheine Option treffen für die Zukunft unseres Faches, das heute in seinerBenennung den Zusatz ,, Europäische Ethnologie gewählt hat. InAnbetracht der Anberaumung unseres Symposions in Lemberg, demhistorischen Zentrum des durch die Wechselfälle der Geschichte vondramatischen Grenzziehungen durchfurchten oder-- wie Joseph Rothes gesehen hat- von ,, verwischten Grenzen gekennzeichneten,vielgestaltigen ostmitteleuropäischen Kulturraums der Karpatenlän-der, kommt einer solchen Ausrichtung des Faches Volkskunde wohleine besondere Bedeutung zu.

Mein Part zur Einführung des Symposions soll nicht darin beste-hen, das ,, Kronprinzenwerk", wie es gemeinhin abgekürzt bezeichnetwird, als ,, offiziöses Unterfangen mit seinem historischen Anspruchauf ,, repräsentativen Charakter und, Selbstdarstellung zu be-schreiben; und auch nicht darin, gegenwärtige Ansätze zur ,, Hinter-fragung" zu beleuchten, die das epochale Werk als ,, Legitimitätsstif-tende Völkerkunde als Instrument des Patriotismus? Gültige, Binde-kraft vermittelnde Darstellung der Differentialität( Vielheit des Mul-tinationalen, hinfort Multikulturalen)? Beschwörung hinsichtlich ei-ner Realität, die, wie wir heute zu sehen meinen, zu entgleiten droht?"sehen wollen.³

Meine Aufgabe am Ausgangspunkt unseres Symposions erblickeich vielmehr darin, die Stellung des Kronprinzenwerkes innerhalb derFachgeschichte der österreichischen Volkskunde, die sich in dieser

4 Hofer, Elisabeth: Vorwort. In: Baukunst in Galizien XIX.- XX. Jahrhundert.Ausgewählte Materialien des internationalen Symposiums vom 24.- 27. Mai1994, gewidmet dem 150jährigen Bestehen der Staatsuniversität ,, L'vivska Po-litechnika". Hg. von Bohdan Tscherkes, Martin Kubelik und Elisabeth Hofer.Lemberg 1996, S. 12.

5 Schmid, Georg: Die Reise auf Papier. In: Rupp- Eisenreich, Britta, Justin Stagl( Hg.): Kulturwissenschaft im Vielvölkerstaat. Zur Geschichte der Ethnologie undverwandter Gebiete in Österreich, ca. 1780 bis 1918/ L'Anthropologie et l'Étatpluri- culturel. Le cas de l'Autriche, de 1780 à 1918 environ(= EthnologicaAustriaca, 1). Wien- Köln- Weimar 1995, S. 100 f.; hierzu bezüglich derDarstellung Ungarns neuerdings: Zoltán Szász: Das ,, Kronprinzenwerk" und diehinter ihm stehende Konzeption. In: Csaba Kiss, Endre Kiss, Justin Stagl( Hg.):Nation und Nationalismus in wissenschaftlichen Standardwerken Österreich- Un-garns ca. 1867-1918(= Ethnologica Austriaca, 2). Wien- Köln- Weimar 1997,S. 65-70; und Vilmos Heiszler: Ungarischer( magyarischer) Nationalismus imKronprinzenwerk. In: ebd., S. 71- 77.