2 mahl den lohn Empfangen welcher nicht einmahl gut zu sprechen. Sollendie so genandte Heiligthumbtrager nebens dem gelt auch Wein Empfangenwelches ia Ein ungemeiner missbrauch ist, Item daß bey allen vnd ieden,auch nur geringsten arbeithen nur Zech darbey sein müsse, so gänzlichen ab-zustellen oder denen pflegern heimzuweissen wäre". 80 Jahre später, BK1778, findet der Rechnungsführer auf diese ständig wiederholten Mahnungendie Antwort, die die Revisoren verstummen läßt: ,,... hätte man die Nacht-ruh nicht, wenn mann nicht bezahlen thäte".
Bilden so die Prozessionen und Kreuzgänge einen sehr wesentlichenBestandteil des kirchlichen Lebens, so haben sich daneben bestimmte Brauch-formen an den Hauptfesten des Kirchenjahres, Weihnachten, Karwoche,Ostern, Himmelfahrt und Pfingsten ausgeprägt. Bei der Darstellung dieserBräuche soll von solchen Brauchübungen, die ins profane Brauchtum Glossar ::: zum Glossareintrag Brauchtum hinüber-reichen, wie etwa weihnachtliches Umsingen, Sternsingen, Kirchweih, abge-sehen werden. Nur dann, wenn sich Sonderformen dabei erkennen lassen,wie beim Klappern in der Karwoche, werden sie mit in Betracht gezogen.
Eine besondere Rolle spielt zur Weihnachtszeit die Krippe).Die früheste Nachricht liegt aus E vor, dort ist in GE 1640 vermerkt:„, 25 dlfür 3 geschnidten Latten so zu dem Kriplein verbraucht worden, vf Nativi-tatis Christi. 6 dl für ein Kleins Sternlein zu dem Kriplein". Ähnliche kleineAusgaben und jeweils einige Maß Wein als Entschädigung für Auf- undAbbau der Krippe ziehen sich von nun an mit wenigen Ausnahmen durch alleE'er Rechnungen. F folgt 1644, R 1653 und 1702. Auch in diesen drei Ortengehören von nun an die Ausgaben dafür zum immer wiederkehrenden Be-stand. Aus dieser Regelmäßigkeit läßt sich erschließen, daß der Brauch tat-sächlich nicht sehr viel früher als in den angegebenen Jahren begonnenhaben kann. Lediglich in K könnte ein einige Jahrzehnte weiteres Zurück-reichen anzunehmen sein.
Man muß sich wohl diese ersten Krippen recht einfach vorstellen. AmAnfang werden sie sich auf die Darstellung der Anbetung durch die Hirtenbeschränkt haben. Die Nachrichten über Figuren sind spärlich. GE 1667 ver-rechnet die Anschaffung einiger Hammel und zweier Hirten. R legte sich 16559 Schäflein, 1656 wiederum einige Schäflein und 1662 7 wächserne Gesichtleinzu. Sonst ist nur von„ Dockenware",„ Dockenwerk" und„, unterschiedlichenFiguren" oder„ Krippenware" die Rede. Ohne die Krippe zu nennen, ver-rechnet GF 1718: 22 dl dem Mahler frantz Völckh zu ochsenfurt Verneüe-rung ahn denen 3 Königen zu thuen und 6 dl für Eine schachtel dazu".
Wie GE 1680 bezeugt, verfertigten damals Kantor und Schreiner für dieKrippe eine„ neue Stadt oder Schloß". Grün und rot gefärbtes Papier wurdedazu verwendet. Dies deutet auf eine weitere Szene, vielleicht, wie dasSchloß vermuten läßt, auf den Aufzug der heiligen drei Könige vor Herodes.GE 1726 ist nochmals von drei gemalten Schlössern die Rede. Ständig wieder-kehrende Posten für den Aufbau der Krippe sind Stecknadeln, kleine Nägel,Leim und Bretter. Außerdem verwendete man Rauschgold und zur Belebungder Szenerie in E Rebenbüschel, in K Erbsstroh und in R„ Palmzweige" undTannenwedel, außerdem buntes Papier und grünes Tuch. Den Stall auf derKrippe erwähnt GF 1717. K erwirbt zweimal eine neue Krippe: GK 1733,, 1 fl 11 ndl Vor ein Krippen Hann Jörg Rauch zu ochsenfurth bezahlt";GK 1772 4 fl Vor eine Neue Krippen ausgelegt".
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