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Kultur und Volk : Beiträge zur Volkskunde aus Österreich, Bayern und der Schweiz ; Festschrift für Gustav Gugitz zum achtzigsten Geburtstag
Entstehung
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ristisches Merkmal darstellen. Im religiösen Leben der fürstbischöflichenOrte wurde der Geist der Gegenreformation richtungweisend. Das kirch-liche Brauchtum Glossar ::: zum Glossareintrag  Brauchtum der Folgezeit trägt im Wesentlichen gegenreformatorischenCharakter. Nur wenige Stränge laufen unverändert durch: Der Brauch desWetterläutens etwa( nicht nur gegen Gewitter, sondern auch gegen diegerade in Weinbaugebieten besonders gefürchteten Spätfröste), die Weihedes Johannisweines, die Feuerweihe am Osterabend. Aber schon das Prozes-sionswesen erfährt eine Umprägung: während in der ersten Hälfte des17. Jahrhunderts z. B. in E noch eine Vielzahl von Kreuzgängen und Um-gängen an den verschiedensten Terminen des Jahres üblich ist, konzentriertsich diese Kultübung im Laufe des späten 17. und beginnenden 18. Jahr-hunderts immer mehr auf die drei Termine Himmelfahrt, Pfingsten undFronleichnam, um schließlich auf den letzten allein das Schwergewicht zulegen 4). Einen tiefen Einschnitt verursacht hier wie in anderen Fällen derDreißigjährige Krieg. Der Tag des Weinbaupatrons Urban z. B. wurde inE 1603 und in den folgenden Jahren durch eine Nahrungsmittelspende anKinder und arme Leute begangen: BE 1603,, 14 Gulden 4 lb 24 dl ist am TagUrbani für Wein, Ayer und Anders aufgangen, so den Kindern vnnd Armenleutten alhie Alltem brauch nach verspeist worden". Noch BE 1629 heißt es:,, 4 fl 5 lb 9 dl am Tag Urbani für 825 Ayer so vnder die Kinder außgetheiltworden". 1630 werden aus gleichem Anlaß 900 Eier verrechnet. Dann aberfolgen die bedeutungsschweren Jahre 1631 und 1632, in denen die Schwedendie Würzburger Umgebung besetzt hatten. Der Urbanitag verschwindet zu-nächst völlig aus dem Blickkreis. Eine kurze Bemerkung in GE 1638( ,, 1 lb3 dl für weckh in die Schuel, den Chorschulern auff Vrbani") beweist, daß ernoch immer begangen wird. Erst 20 Jahre später, 1651, tritt er wieder deut-lich in Erscheinung, aber in völlig veränderter Form. Der Eintrag in BE 1651ist noch farblos: 2 lb 12 dl für 4 maß 50er Wein vnd 8 dl für Brodt denzwehn Vrbani meistern mit verwilligung E. E. Rathẞ den 18. Junii verehrt".Später zeigt sich dann deutlich, daß es sich um einen Umgang handelt, beidem die Figur des hl. Urban um die Flur getragen wird: BE 1663, 4 maaf( Wein) denen beeden Vrbani trägern altem gebrauch nach geben. 8( Eimer)3 maas zehen Burgern, so auf den Vrbani Tag mit bewehrter Handt nebendem venerabile vmb die marckhung ganngen". BE 1664 verrechnet zusätzlich,, 3 lb 22 dl vor zwey pfundt pulver so denen Jungen ausschussern, wie sie aufVrbani Tag neben der Procession mit vmb die marckhung ganngen gereichtworden". BE 1665 schließlich vollendet die Strichzeichnung dieses Urban-Umgangs wie folgt:, 6 maß( Wein) denen beeden Vrbani Trägern, fluhrervndt dotengraber, so daß Crucifix mit vmb die marckhung getragen geben".Aus dem Speisebrauch der Zeit vor dem Dreißigjährigen Krieg ist also offen-bar eine Schauer- Prozession geworden. BE 1687 spricht dann auch mit allerwünschenswerten Klarheit von dem Umgang auff tag Sancti Vrbani alß auffalhießigem Hagelfeyertag". Die Hagelfeiertags- Prozessionen haben in allenOrten eine ständig wachsende Bedeutung gewonnen.

Neben die Prozessionen in der Gemeinde treten nach dem DreißigjährigenKrieg die Kreuzgänge zu den bekannten Wallfahrtsorten Walldürn undDettelbach 5). Auch hierbei bildet sich schnell ein festes, alljährlich eingehal-tenes Brauchtum Glossar ::: zum Glossareintrag  Brauchtum aus. Dazu gehören die Verehrungen für die Kreuz- undFahnenträger, die Glockenläuter, den Mesner am Wallfahrtsort und( beimKreuzgang nach Dettelbach) die Einkehr auf dem Rückweg in Biebelried,

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