Kirchenbänken Sitzenden zwischen den Brautleuten durchsehen kann. Sie nimmt derBraut den Hochzeitsstrauß ab, damit sie beim Ringwechsel nicht behindert ist und ordnetihr Kleid und ihren Schleier, wenn sie zum Ringwechsel niederkniet.
Noch einer ganzen Reihe von Ausdrücken begegnen wir aber. Dem Führer und derFührerin entsprechen sichtlich der„, Gaschüldbräutigam" und die„ Gaschüldbraut" imSuchener Hochtal. In Göttenitz gibt es den„ Trutschiner" und die„ Trutschinerin".Letztere setzte sichganz entsprechend der Führerin- am letzten Sonntag in derKirche neben die Braut ,, der Braut wird sonst leicht schlecht, der Teufel tanzt dabesonders gern um die Braut herum".
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Eine weitere Bezeichnung sind die ,, Nochtratara"( Nachtreter). Gerne waren eszwei. Im Oberland trugen sie die Braut zu zweit über die Türschwelle in das künftigeHaus. Sie konnten auch als Trauzeugen walten. Wie weit sich die einzelnen Rollen undBezeichnungen mit unseren Kranzlherrn und Kranzljungfrauen Glossar ::: zum Glossareintrag Kranzljungfrauen decken, ist nicht immerleicht auszumachen. Einige Beispiele aus verschiedenen Ortschaften mögen veranschau-lichen, wie die örtliche Zusammensetzung sein konnte:
In Suchen gab es den Staraschiner und die Pollarin( das war die Firmpatin), aberaußerdem noch den Schuldbräutigam und die Schuldbraut( Kranzlherr und Kranzljung-frau Glossar ::: zum Glossareintrag frau?). In Merleinsraut, im gleichen Suchener Hochtal, mußte die Pollarin neben derBraut sitzen, wenn dieser am Ende der Hochzeit das Kranzl heruntergenommen wurde.Ein Pate von jeder Seite hatte im Suchener Hochtal außerdem die Rolle der Trauzeugen.In Ebenthal hörten wir schon, daß dort zwei Brautführer und zwei Kranzljung-frauen Glossar ::: zum Glossareintrag frauen benötigt wurden, dazu die ,, Vierarin", eine alte Frau, die von der Braut gewähltwird, und der„ Vierar", der mit dem Bräutigam werben gegangen war. Vierar undVierarin gehören für den Hochzeitsabend zusammen und bilden ein Paar.
In Morobitz waren es die besten Freunde oder die Brüder des Bräutigams, welchedie Braut führten, ihre beiden besten Freundinnen besorgten dies beim Bräutigam.
Die Angaben aus Grafenfeld lauten:„ Die Nochtrattar sind zwei junge Burschengewesen, die haben die Braut beschützt, bis sie diese dem Bräutigam übergeben konnten.Der Brautführer war der Führer der ganzen Hochzeit. Ihn haben die zwei Kranzljung-fern Glossar ::: zum Glossareintrag fern geführt. Wo es keine Kranzljungfern Glossar ::: zum Glossareintrag Kranzljungfern gab, da trat eine Führerin an ihre Stelle. WennNochtrattar sind, dann sind diese die Zeugen."
4. Das Kränzleinbinden( ,, Kranzlaishpintn")
Das eigentliche Hochzeitsfest begann am Vorabend der Trauung mit dem Kranz-binden. 147 Dazu wurden die Burschen und Mädchen des Ortes mit Musik eingeladenund abgeholt. Es war das Abschiedsfest von den Jugendgespielen.
Bei diesem Brauch schlägt in der Gottschee noch viel Alteres durch und überdecktdie gängigen, neueren Formen. Worum es hier eigentlich geht, zeigt Altlag. Es ist einkleiner, grüner Kranz, den die Kameradinnen winden, und den die Braut zusätzlich zuihrem sonstigen Kopfschmuck trägt; sei es die sogenannte„ Krone" oder der spätereMyrthenkranz und Schleier aus der städtischen Umwelt, die auch in die bäuerliche Weltdrangen, wo sie ursprünglich nicht beheimatet waren. Myrthenkranz und Schleier ent-stammen ja südlichem Brauch.
Der kleine grüne Kranz, das alte Symbol, wird an diesem Hochzeitsvorabend fürBraut und Bräutigam feierlich gebunden. Der sonstige Schmuck der Hochzeitsgäste, die
147 Masereben, Ebenthal, Morobitz, Mösel, Altlag, Verdreng, Mrauen, Rieg, Reichenau,Göttenitz, Warmberg, Komutzen, Koflern, Kukendorf, Grafenfeld, Lienfeld, Grodetz, Prerigl,Nesseltal, Katzendorf, Stockendorf, Mairle. Verneint wurde das Vorkommen des Brauches in:Merleinsraut, Ober- Gras, Suchen( also im ganzen, den Westrand bildenden Suchener Hochtal),Steinwand, Tappelwerch.
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