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Brauchtum Glossar ::: zum Glossareintrag Brauchtum und Volksglaube in der Gottschee
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um dem Weg ein ausgeglichenes Gefälle zu verleihen, oft mußten sie von weithertransportiert werden. Hier zerkleinerten zwei oder drei starke Männer die Ungetümemit schweren Hämmern. Dieser zerschlagenen Brocken nahmen sich dann die Stein-klopfer und-klopferinnen an und formten sie zu Schotter. Entlang des auszubesserndenWeges reihten sich so die Steinhaufen, bis der Trupp kam, der den Weg planierte." 65

,, Den Dorfweg auf den Wierbag hat die Nachbarschaft instandhalten müssen.Knapp vor der Heumahdzeit. Das war eine Zwischenzeit, wo nicht viel zu tun war. Dashat a drei, vier Tage gedauert. Jedes Stück Weges hat seinen eigenen Namen gehabt.Beim Wegmachen hat man die Löcher etwas mit Steinen ausgefüllt und etwas Erdedarüber. Die Ochsen haben keine Eisen gehabt, die haben auf Schotter nicht gehenkönnen. Die Frauen haben die Erde herzugetragen in Gefäßen auf dem Kopf undheruntergekippt in die Löcher auf die Steine"( Klindorf).

14. Mähen, Heuen

Vor Sonnwend ist der, taitscha Khlea", die Luzerne, zu mähen. Da mußten dieMänner schon um 4 Uhr morgens im Kleeacker stehen und wenn die Hausfrau um127 Uhr mit dem Frühstück aufs Feld kam, war schon der größte Teil dessen, was mansich zu mähen vorgenommen hatte, erledigt. Denn lange in den Vormittag hinein mähteman nicht. Die Frühstücksträgerin begann mit dem Aufstreuen der Schwaden und dieMäher halfen ihr mit der Sense.

Das erste Grasmähen erfolgte im Anfang Juni. Mitte Juli dann in den Berganteilen,oft 5 bis 6 km weit weg. Dorfnahe Wiesen gab es meist nur wenige. Die Heuanteile lagenoft weit außerhalb zwischen der Hutweide und dem Wald. Gegen die im Gemeinschafts-besitz befindliche Weide zu waren sie durch Zäune geschützt. Das Gelände war oft steilund schwer zugänglich und der Ausdruck ,, Berganteile", welchen Gewährsleute zuweilengebrauchten, deutet schon darauf hin, daß die Arbeit dort vielfach mit der Bergmahd inunseren Alpen zu vergleichen ist. Mit aller Schwierigkeit und mit der Spärlichkeit desWuchses.

Die Arbeit dauerte oft 14 Tage. Diese Zeit war einmalig schön, alles hat gesungen,die Manda haben sich zugejuzat und Spöttereien garuafat( gerufen). Z. B., saure Milch'einem, der sie gern trank. Das ischt a minderwertige Sache gewan. Der andere hat ge-rufen, Brandwein' oder, Brombeeren', je nachdem was der erste Rufer gern hatte. DieMädel, die das Essen getragen haben, haben Böschle für die unverheirateten Burschengemacht. Am Abend haben sie oft getanzt bis 2 Uhr und um 4 Uhr sind sie wieder auf-gestanden. 6000 kg Heu haben sie im Hinterland herunter, auf den Ästen gezogen( zumWagen)."

Die Aussagen der Gewährsleute lassen immer wieder erkennen, daß die Heumahd alseine besondere Zeit empfunden wurde, die auch ein eigenes Brauchtum Glossar ::: zum Glossareintrag  Brauchtum besaß. Das Gott-scheer Mäherbrauchtum Glossar ::: zum Glossareintrag  Mäherbrauchtum war übrigens bemerkenswert ähnlich jenem der Almwiesen-mäher in Südtirol.

,, Die Burschen haben Böschlein gehabt, die Männer nicht. Wenn einer vergessenwurde, hat er aufgehört zu mähen. Beim Aufstecken auf den Hut haben sie gejuzat"( Altlag). Zu Jakobi haben sie erst angefangen. Da haben alle gemäht. Sie haben gesun-gen und auch mit Pistolen geschossen. Das Ausmähen gab es, wenn einer nicht schnellgenug ist"( Masereben). ,, Wer den letzten Schlag getan hat beim Mähen, der hat Kreuz-weh gehabt das nächste Jahr. Und der wird Witwer"( Katzendorf und Hinterberg).

,, Nach Sonnwenden war die Mahdzeit in den Heuanteilen. Die waren oft 2 Stun-den weit weg. Man hat mit der Sense gemäht zwischen Stauden und Steinen heraus. Mit65 L. Kren( wie Anm. 64).

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