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Brauchtum Glossar ::: zum Glossareintrag Brauchtum und Volksglaube in der Gottschee
Entstehung
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Vorwort

Dieses Buch enthält meine zehn Arbeiten über das Brauchtum Glossar ::: zum Glossareintrag  Brauchtum der Gottschee, welchezwischen 1955 und 1977 erschienen. 1 Ihr jeweiliger Untertitel ,, Bericht von der Brauch-tumsaufnahme Glossar ::: zum Glossareintrag tumsaufnahme Gottschee" weist darauf hin, daß meine Gottscheer Forschungen vonAnfang an einem bestimmten Plan folgten und sich auf ein Teilgebiet der Volkskulturrichteten. Eine notwendige Beschränkung, sollte die Aufgabe für einen einzelnen in abseh-barer Zeit und mit der gebotenen Gründlichkeit der heutigen Methoden lösbar sein. DerVolksglaube ist hier nur insoweit mit enthalten, als er mit dem Brauchtum Glossar ::: zum Glossareintrag  Brauchtum in Verbindungsteht. Natürlich schrieb ich z. B. auch von den Sagen ziemlich viel auf, wie sich das jabei den Gesprächen mit den Gewährsleuten zwanglos ergibt. Doch verfolgte ich dieseLinie nicht so umfassend und folgerecht, daß man daraus ein Ganzes formen könnte.Zudem findet sich viel Sagenstoff bereits in der vorangegangenen Literatur. Neu hinzu-gekommen ist in diesem Buch aber noch ein Kapitel über die Volkstänze sowie über dieFrühjahrsbräuche.

Meine Aufsätze gliedern sich fast durchwegs in zwei Teile. Den Kern bildet einDarstellen des Gottscheer Bestandes zum jeweiligen Thema aus der ganzen Sprachinsel.Dabei verfuhr ich so, daß ich zunächst als Beispiel einige bemerkenswertere Berichte vonGewährsleuten im vollen Wortlaut anführe. Man bekommt ein Bild davon, was einemGewährsmann in Erinnerung ist. Daran schließt sich das Behandeln der einzelnenMotive des Brauches im zusammenfassenden Überblick aus allen Teilen des Landes.

Den zweiten Teil jedes Aufsatzes bilden Vergleiche mit der engeren und weiterenUmwelt, mit der slawischen Nachbarschaft, mit der österreichischen und deutschenVolkskultur und darüber hinaus. Dabei ergeben sich auch Deutungen. Dieser Aufbau istauch im vorliegenden Buche beibehalten. Also nicht nur ein fortlaufendes Berichten, son-dern in jedem Kapitel auch gleich am Ende ein zergliedernder wissenschaftlicher Teil.

Beim Zusammenordnen der Aufsätze mußte einiges umgebaut werden, Wiederholun-gen gekürzt, anderes ergänzt werden. Es lag nahe, die verstreuten Einzelabhandlungen zueinem Ganzen zu vereinen, da sie ja das Brauchtum Glossar ::: zum Glossareintrag  Brauchtum der Arbeit, des Lebenslaufes und desJahres fast in ihrem gesamten Umfang behandelten. Dies geschieht nun 1980 aus Anlaßdes 650jährigen Jubiläums der Gottschee. Vielleicht ist es das letzte, das die heute in derWelt verstreuten Gottscheer in ihrer großen Mehrheit noch bewußt gemeinsam erleben,nachdem auch ihr Kern vor 39 Jahren die Heimat verlassen mußte, in der sie sich mehr

1,, Die Schöpferlein, Gottscheer Volkglaube von den Schicksalsgestalten", Jahrbuch fürVolkskunde der Heimatvertriebenen, Salzburg 1955, S. 77-92; ,, Vom Singen in der Gottschee",Jahrbuch des Österreichischen Volksliedwerkes, Bd. 6, Wien 1957, S. 104-203; Faschings-bräuche in der Gottschee", in: Festschrift f. H. Koren, Zur Kulturgeschichte Innerösterreichs,Graz 1966, S. 122-149; Ackersegnen und Wachstumsbräuche in der Gottschee", Jahrbuch f.ostdeutsche Volkskunde Bd. 10, Marburg 1966/67, S. 66-96; Sonnwendbräuche in der Gott-schee", ebd. Bd. 13, 1970, S. 104-135; Die Weihnachtsbräuche in der Gottschee", ebd. Bd. 15,1972, S. 314-377; ,, Die Osterbräuche in der Gottschee", in: Beiträge zur Volkskunde Kärntens,Festgabe für Oskar Moser, Klagenfurt 1974, S. 43-67; Lebensanfang und Lebensabschluß imBrauchtum Glossar ::: zum Glossareintrag Brauchtum der Gottschee", Jahrbuch f. ostdeutsche Volkskunde Bd. 17, 1974, S. 244-271;,, Arbeit und Arbeitsbrauchtum Glossar ::: zum Glossareintrag  Arbeitsbrauchtum in der Gottschee", ebd. Bd. 18, 1975, S. 42-87; Die Hochzeits-bräuche in der Gottschee", ebd. Bd. 20, 1977, S. 760.

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