einem Kreuzschnitt versehen. 428) Besonderes Gewicht wurde im Ostkarpatengebiet aufdie Zubereitung des Osterbrotes,„ Paska" genannt, gelegt. Es ist rund, mit einem finger-hohen Teiggeflecht kranzartig umgeben und die Mitte besteht aus einer Topfenfülle. 429)Frau Jablowsky aus dem Lager 55 erzählt, daß sie und viele ihrer Landsleute aus derBukowina diese kranzartigen Kuchen mit gesalzener oder süßer Topfenfülle Jahr für Jahrbereiten. Aus dem Teigrand gestalten sie auch Blumen und ein Kreuz, das über denKrapfen gelegt wird. Diese und auch andere Gebäcke, wie z. B. Guglhupf, werdengeweiht. Solange die Kirche des Lagers Gottesdienst hatte, trug man sie dahin zur Weihe,nun aber gehen die Frauen damit in die nächste Kirche am Bindermichl. 430) Gelingen dieOsterbrote nicht gut, steht Hungersnot bevor, so weissagt das Volk. 431)
Am Karfreitag aß man in der Schwäbischen Türkei Eier vom Gründonnerstag, dieallgemein als heilkräftig erachtet werden. Besonders die Männer wurden dazu angehalten,damit sie sich„ net weh tun". 432)
Das Gebot des strengen Fastens wird nur mehr von den Alten in den Siedlungenund Lagern eingehalten. Die junge Generation steht in Arbeit. Trotz der allgemeinenLockerung dieser ernsten Sitten, ist es aber z. B. in Neu- Ruma immer noch Brauch, amKarfreitag„ Platschkukuruz" vorzubereiten und Speisen ohne Fett zu kochen. DieserPlatschkukuruz ist eine Sorte Mais, die auf die heiße Herdplatte gelegt, gar wird undplatzt. 433) Auch in der evangelischen Siedlung in Traun wird in der Fastenzeit, vor alleman jedem Freitag gefastet. Am Karfreitag wird dieses Fastengebot jedoch ganz ernstgenommen. Man kocht Bohnen ohne Fett. 434)
Die Fastenzeit, und besonders die Karwoche, stehen unter dem Zeichen derVorbereitung auf das große kirchliche Osterfest, das von der ländlichen Bevölkerungbesonders feierlich begangen wird. So beginnt in vielen Haushalten schon früh ein regesTreiben. Besonders in den Ostkarpatenländern wurde die Vorliebe für dieses Fest betont.Durch die Nachbarschaft der Rumänen, die es hoch im Ansehen hielten, kam es zudieser Bedeutung. So war es bei rumänischen Bäuerinnen Sitte, in der Fastenzeit so vielund so schöne Leinwand zu weben, als man in einem Jahr für den Haushalt brauchte.Am Ostersonntag mußten alle Familienmitglieder ganz neue Hemden tragen. Dortgalt es auch als Sünde, in einem Haus Ostern zu halten, wo nicht überall Ordnungwar. 435)
Ganz allgemein Brauch ist es, Wohnung, Haus und Hof auf Glanz zu putzen,zu kochen, backen und schließlich die Eier zu färben.
Ebenso streng wie die Fastengebote waren am Karfreitag die Arbeitsverbote. Ausder Vielzahl 436) der Erwähnungen sei die Meinung aus Ungarn angeführt: es warverboten, am Karfreitag im Erdreich zu graben, zu hacken oder gar Holz zu schneiden,da man damit den Leib Jesu hackte oder schnitt. 487) Diese völlige Arbeitsruhe war einZeichen der tiefen Volkstrauer. Diese ging so weit, daß man in schwarzer Kleidung demhl. Grab einen Besuch machte. 438)
428) Egerland- Jugend( Unser Schulungsblatt), 1. Jg., Folge 1/57.
429) Osterbräuche aus der Heimat"( Neuland), Folge 16, 7. Jg., 17. April 1954.
430) 1962.
431)„ Neuland" Nr. 18, 16. April 1960.
432) R. Kaind 1, Beiträge zur Volkskunde des Ostkarpatengebietes( Z. f. ö. Vk., Jg. VI, 1900, S. 234).433) H. Grün n, Neu- Ruma, wie 63.
Fr. Jennewein, Siedlung Langholzfeld 1962.
434) Siedlung der Siebenbürger Sachsen in Traun.
435) Osterbräuche aus der Heimat,„ Neuland" Folge 16, 7. Jg., 17. April 1954.
436) A. John, Oberlohma, wie 342, S. 149.
437) Deutsch- ungarische Heimatblätter, VII. Jg., Heft 1, Budapest 1935, S. 3- 20.438) Egerland- Jugend, wie 332.
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