Druckschrift 
Das ländliche Wohnhaus im Gerichtsbezirk Stainz : eine Untersuchung historischer Hausformen in der Weststeiermark
Entstehung
Seite
286
Einzelbild herunterladen
 

8.6. Das Wohnhaus vulgo Rumpf, Rossegg 43, OG Georgsberg

Das Gehöft vulgo Rumpf in Oberrossegg liegt auf einer leich-ten Kuppe südlich der Bundesstraße 76 in 382 m Seehöhe. Es be-steht aus dem 1888 errichteten Wohnhaus und dem Wirtschaftsgebäu-de, die zusammen einen" eingefangenen Hof" bilden, sowie einer ander Straße gelegenen Kapelle, die 1873 unter maßgeblicher Betei-ligung des Erbauers des Wohnhauses errichtet wurde und derschmerzhaften Mutter Gottes geweiht ist.

Das Wohnhaus wurde als Beispiel für einen Mauerbau gewählt, dahier die für viele der größeren Mauerbauten typische, rustizie-rende Verzierung noch gut erhalten ist und bei der Renovierungnicht, wie in vielen anderen Fällen, entfernt wurde. Es bestehtaus dem Erdgeschoß über rechteckigem Grundriß, bedeckt von einemSatteldach, dessen Giebel zur Straße weist, die von Ober- nachUnterrossegg führt.

Zur Hofgeschichte

Die Größe und vor allem die prächtige Ausgestaltung des Wohn-hauses vulgo Rumpf wird durch die Besitzverhältnisse zumindestseit der Mitte des 18. Jh., also etwa 130 Jahr vor der Errichtungdes jetzigen Wohnhauses, erklärbar. Bereits 1756 wird MichaelRumpf, der damalige Besitzer des Hofes, als Amtmann der HerrschaftFrauenthal genannt, und im Josefinischen Kataster wird der Er-2trag des Grundes mit 234 fl 22 Xr veranschlagt. Nach dem FK be-wirtschaftet Georg Rumpf als 4/ 4- Bauer 66 J 1082,3 K1, wobeider Waldanteil 27 J 953,5 K1 beträgt, der Rest ist Wiese, Wei-

1

de, Acker und Weingarten.³ 1866 kommt der Hof durch Kauf an Franz

4

Rumpf. 1879/80 beträgt die Grundgröße nur mehr 52 J 1385 K1,

1 StLA, MTK MH 23, Subrepartitions- Tabelle 1756, U 177.

2 StLA, JK Stainz 21, Nr. 59/2.

3 StLA, FK 1583 Rossegg, Bauparzellenprotokoll, BP 60-62, 83, 84 und Grund-

parzellenprotokoll.

4 BG Stainz, Gb Rossegg 1. Bd., EZ 45. Das GbNR ist im StLA nicht vorhanden.

286